Allgemein

Die perfekte Mutter ist für das eigene Kind immer genau so wie sie ist.

Die perfekte Mutter ist für das eigene Kind immer genau so wie sie ist.

Naja, fast. ‚Die perfekte Mutter‘ – Klingt wie ein Märchen, ein Horrorfilm oder irgendwie etwas nicht reales oder? Auch wenn uns einige, das gerne weismachen wollen. In der lieben Online(schein)welt. Man muss nur mal auf Instagram schauen. Alles perfekt, alles abgestimmt, alles weiß/schwarz, alles Designer, alles perfekt in Szene gesetzt, alles schick. Wie real ist das? Kann es ja nicht sein, es ist ja ein Bild. Ok, es war kurz real, aber wurde wohl möglich sehr in Szene gesetzt – oder wieso grinsen wir plötzlich wenn eine Kamera auftaucht? Fragen über Fragen. (Ich grinse übrigens selten, genau deshalb. Weil es oft gestellt ist.) Was mir einleuchtet: Viele mögen natürlicherweise, nur die guten Momente aus ihrem Leben festhalten und wenn man dann das Gesamtbild betrachtet, so scheint es – als wäre alles perfekt. Der perfekte Mann, die perfekten Kinder, die perfekte Kleidung, die perfekte Einrichtung zum Eigentum, zum Auto, zum Urlaub. usw. usf. Anmerkung: Ja, ich mag Instagram. Aber nicht deshalb, sondern weil es oft sogar inspirierend ist.

Zurück zur perfekten Mutter.

Erwischen wir uns manchmal selbst dabei? „Alles immer unter einen Hut zu bekommen?“ Sich selbst manchmal zu zügeln? Sich unglaublich mies fühlen, weil man mal wieder sehr ungerecht war. Ich bin doch auch nur ein ‚Mensch‘. Ein authentischer, egal wie meine Vergangenheit aussah und wie sehr sie mich manchmal leiten mag. Das ist doch der springende Punkt. „Nicht perfekt sondern authentisch“ sagt Verena von Der Stillzwerg.

 

Ich reflektiere mich stetig selbst, in meinem Handeln und tun, und erlebe und beeinflusse mein Handeln dadurch bewusst. Ich bin ehrlich, echt, aufrichtig und authentisch  – immer. Diese Werte lebe ich auch meinem Sohn vor und ich verstelle mich nie vor ihm. Wenn ich einen schlechten Tag habe und es mir nicht gut geht dann spreche ich mit meinem Sohn darüber, wenn mir nach weinen zumute ist dann weine ich vor meinem Sohn. Ich benenne meine Gefühle und spreche ehrlich und aufrichtig mit meinem Sohn. Er soll wissen wenn ich glücklich, traurig, wütend oder enttäuscht bin. Ich verleugne nichts und zeige ihm auf wie ich mit meinen Gefühlen umgehe.

 

Wer stellt diese „perfekten“ Ansprüche?

Ich? Die Gesellschaft? Rollenbilder der Vergangenheit? Umfeld? Eigene Ansprüche, Ideale oder Perfektionismus? Wir wollen eben nur das Beste, aber das Leben spielt anders. Das Rollenbild der Frau hat sich  jedenfalls sehr geändert. Wir gehen arbeiten, machen auch beruflich ‚Karriere‘ und sind gleichgestellt, naja fast. Das war 1800 noch sehr anders. Heute kommt alles auf einmal. Kinder und Arbeit. Wer soll das alles schaffen? Und wenn wir uns nur für eines entscheiden, kann es nur falsch sein. Wenn ich zuhause bei den Kindern bleibe: Frisst sich sehr bald mein Gewissen in meine Gedanken: ‚Aber ich kann doch nicht nur zuhause bleiben, da fällt mir die Decke auf den Kopf – ich brauche etwas was mich ausgleicht und gleichermaßen fordert. „Wenn ich aber zusätzlich zu den Kindern (vielleicht sogar zuviel arbeite), habe ich ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber. Auf jedenfall fällt immer alles auf die Mutter oder den Vater ; – ) zurück. What now?

 

Marit Borcherding schrieb im KIZZ Magazin

Mütter im Zwiespalt

Viele Rollen – viel Auswahl. Doch wofür sich Mütter auch entscheiden, fast immer entsteht mit Blick auf die anderen Modelle ein Gefühl der Unzulänglichkeit: Wäre ich ausgeruhter, wenn ich nicht auch noch ins Büro hetzen müsste? Verblöde ich, wenn ich nur noch im Sandkasten hocke? Sind meine Kinder unausgeglichen, weil ich zu viel an mich denke? Und die Umwelt stößt ins gleiche Horn: Mütter wüssten angeblich von Natur aus, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben. Gleichzeitig geben unzählige tatsächliche und selbst ernannte Experten Ratschläge, wie es wirklich geht. Und wenn mal etwas nicht so glatt läuft, wer ist dann schuld? Klar, die Mütter! Zweites Beispiel: Ohne Kinder und demzufolge auch ohne Mütter steht die Zukunft unserer Gesellschaft auf dem Spiel, heißt es. Aber die Wertschätzung und Anerkennung dessen, was Mütter leisten, ist nach wie vor gering. In dieser Situation der äußeren und inneren Verunsicherung retten sich viele Mütter in Vorabverteidigung, Rechtfertigung und Abgrenzung – anstatt ihren oft berechtigten Frust offen anzusprechen oder zuzugeben, dass sie die Dinge nicht immer perfekt im Griff haben.

Abschied von einem Phantom

Spätestens beim Blick hinter so manche Familienkulisse merkt man: Die Supermama gibt es nicht. Irgendwo steckt immer Sand im Getriebe, oder es läuft nur deswegen glatt, weil es ein Netz von Helfern gibt. Höchste Zeit also, damit aufzuhören, sich selbst und andere wegen eines Phantoms unter Druck zu setzen. Diese Kräfte sind an anderer Stelle besser eingesetzt. Und es wäre doch zu schade, wenn wir uns durch falschen Perfektionismus die Freude an dem fröhlichen, herausfordernden und manchmal anarchischen Zusammenleben mit Kindern verderben lassen.

 

 

Mut zum Gefühl!

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Susanne M. von geborgen-wachsen.de beschrieb es in ihrem Artikel Warum Kinder keine Supermütter brauchen  wunderbar.

 

Doch nicht nur Beruhigungsstrategien und Selbstwirksamkeit lernt das Kind, wenn es im passenden Alter nicht sofort bespielt oder abgelenkt wird, sondern noch etwas ganz anderes Wichtiges: Wenn Mütter einfach normal und sie selbst sind und auch mal schlechte Laune haben oder angespannt sind, weil der Nachwuchs beim Essen das Glas zum dritten Mal über den Tisch gekippt hat, kann das Kind die verschiedenen Facetten von Beziehungen kennenlernen. Jede Beziehung besteht nicht nur aus einem einzigen Gefühl, keine Beziehung ist immer nur freudig und positiv. Kinder müssen auch erfahren dürfen, dass es in Beziehungen verschiedene Gefühle gibt, dass man andere auch mal negativ empfinden kann und sich dann wieder annähert. Wieder vertragen, zusammenfinden, Kompromisse eingehen – all das wird schon in der Babyzeit gelernt. Das ist es, was im Erwachsenenleben so wichtig ist und ein Miteinander erst ermöglicht. Niemand möchte einen Partner haben, auf den man immer selber nur eingehen muss und der nie einen Schritt in die Richtung des anderen geht, weil er es nie gelernt hat.

Sei authentisch.

Sei du, aber sei wachsam.

Mutter/Vater sein bedeutet tägliches Wachstum.

D E N N

Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten. – Jean Paul.

 

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Bis Bald.

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