Allgemein · Gesellschaftskritik

Faszination Fernsehen: Warum selbstreguliertes Fernsehen nicht ‚OK‘ ist.

 Faszination Fernsehen: Warum selbstreguliertes Fernsehen nicht ‚OK‘ ist.

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Diejenigen die keinen Fernseher besitzen werden hier jetzt ordentlich gähnen, wieder wissen warum sie keinen haben – oder einfach nichts tun. Diejenigen die einen haben, werden vielleicht mitgenommen auf eine kritische Gedankenreise. Vielleicht mögt ihr euch dann (noch) intensiver mit euren Kindern auseinandersetzen, oder das Fernsehen gar nicht erst als Alternative sehen.

Ausgangspunkt bzw. Auslöser dieses Artikels ist dieser Blogeintrag hier: Hilfe, mein Kind will Fernsehen – warum Gerald Hüthers Angst vor Bildschirmmedien Quatsch ist

 

„Zu viel Medienkonsum gefährdet die Entwicklung, sagen die einen. Tablets und Co. ermöglichen besseres Lernen, meinen die anderen. Die Wissenschaft hingegen hat noch keine klaren Antworten.“  Spiegel.de

Vorab: Ihr bringt mich noch dazu, dieses Gerät namens Fernseher mit Genuß aus dem Fenster zu katapultieren. Weil mir beide Seiten wieder so den Kopf vernebeln und mir am Ende nur noch meine intuitive Meinung dazu bleibt, neben der Kopfmeinung, der Rationalen, der Realistischen. Blogger, sozial vernetzte, zivilisierte, introvertierte, extrovertierte, oder moderne Menschen sitzen selbst oft (zu oft?) vor dem Pc oder Handy. Wie kann ich es bloß wagen Medien zu kritisieren? Weiter unten im Post mehr dazu. Es soll hier nicht darum gehen, irgendwelche Dinge grundsätzlich zu verbieten oder zu verteufeln. Ich hinterfrage dennoch gerne kritisch und beleuchte beide Seiten der Medaille. Deshalb bezieht nicht alle Inhalte dieses Blogpost auf mich persönlich. Danke!

Woher rührt die Kritik an Prof. Dr. Gerald Hüther?

Um erst ein mal auf ein anderes Thema einzusteigen und worauf der Blog und der Ausgangsbeitrag basiert – Der Blog basiert auf der unerzogen Philosopie, Ein „Erziehungs“ besser gesagt Beziehungskonzept, oder wie man es auch nennen mag. Ganz einfach beschrieben würde man sagen: Freie Erziehung – Beziehung statt Erziehung. Ich möchte die Beschreibung „Beziehung statt Erziehung“ nicht in einen falschen Kontext setzen, nicht alle die diese Worte verinnerlicht haben, würden  ihre Familie als (komplett) unerzogen beschreiben. Vieles geschieht schon aus der Intuition heraus, es hat nur inzwischen einen Namen oder ganzheitliches Konzept. Ich möchte auch betonen, dass jede Familie ihren eigenen individuellen Weg finden muss. Man nimmt sich überall etwas mit. Das lässt einen flexibel und offen bleiben – für neue Erkenntnisse, die zwingend stattfinden, wenn man mit seinen Kindern wächst.

Autoritär vs. Unerzogen

Zwei völlig gegensätzliche Strömungen der Erziehung immer mehr: zum einen Eltern, welche ihre Kinder von früh bis spät von vornherein mit Aufgaben überschütten und zum Anderen Eltern, die ihren Kindern völlige Freiräume zur „Selbstentfaltung“ von Anfang an lassen und ihre Kinder auf keinen Fall überfordern möchten. Leider bringen die meisten dieser Konzepte etwas „religiöses“ mit sich – es wird geglaubt und umgesetzt, was der Gründer gemeint und gedacht hat, ohne kritisch zu hinterfragen und sich grundlegend zu verändern. Die mit „Studien“ unterlegten Konzepte vieler Reformpädagogikmodelle haben dabei unter anderem einen entscheidenden Fehler: sie betrachten nicht die Vorbedingungen zu den Studien. Das heißt, wenn man ein komplett autoritäres Modell plötzlich umstellt auf ein völlig „freies“ Modell oder ein „freies“ Modell umsetzt in einer ansonsten autoritären Gesellschaft, erzielt man komplett andere Ergebnisse, als wenn man diese Rand- und Vorbedingungen nicht hat. Daher werden Kinder in vielen Bildungsanstalten, wenn man es denn als Bildung bezeichnen möchte, in gewisser Weise völlig sich selbst überlassen „um sich ganz und gar frei zu entfalten“. Abgesehen davon, dass einige dieser Konzepte gar keine „Nachweise“ der Wirksamkeit bringen. Zitat: mintiki.de

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Prof. Dr. Gerald Hüther (Professor für Neurobiologe) das Projekt http://schule-im-aufbruch.de mitinitiiert hat. Seine Botschaft an Schulen ist: Lernen funktioniert nur ohne Angst und in einer konstruktiven Beziehungskultur.

Grundsätzlich nicht der unerzogen Philisophie abgeneigt, nur eins störte und zwar seine Fernsehtheorie?

Fernsehen harmlos?

Eine Anmerkung: Frankreich hat nicht ohne Grund  (2007) die Entwicklung von Fernsehprogrammen für unter 3 Jahren grundsätzlich verboten. Seither wurde die Altersempfehlung auf KiKa entsprechend grundsätzlich auf 3 Jahre hoch gesetzt. Fernsehen ist also in keinem Fall harmlos.

 

 

Warum stört Fernsehen die Konzentration?

Aus den gleichen Gründen warum es die Aufmerksamkeit steigert. Kinder gewöhnen sich an die ständige Dopaminausschüttung, welche ohne Aufwand erzeugt werden kann. Für viele Dinge braucht man aber ein bisschen Überwindung, Mühe und Zeit, ehe man sie beherrscht oder sie gelingen. Ein Abschluss, Forschungs- eine Bastelarbeit und vieles andere ist nicht in 5 Minuten erledigt und vor allem funktioniert nicht immer alles sofort. Es gibt Versuche mit Kindern zur Impulskontrolle, welche häufig zitiert werden. Dabei geht es um den späteren beruflichen Erfolg im Leben in Abhängigkeit von der persönlichen Impulskontrolle.

Es gibt viele weitere neurobiologische Mechanismen, warum Fernsehen schlecht ist. Aber hier wird sonst der Text zu lang und die aufgeführten Aspekte finde ich für meine Argumentation an dieser Stelle hinreichend überzeugend. Es gibt also geeignete Inhalte und ungeeignete Inhalte und es gibt zu viel fernsehen. Und es gibt Konsumverhalten, welches nicht schadet. Beispiel: das Sonnensystem, Atome, Verhalten von Bonobos, Tiefseewesen und Co lassen sich viel einfacher darstellen mit einem kurzen Clip, als mit reiner verbaler Erklärung oder starren Bildern, die optimaler Weise von nahe stehenden Personen ergänzt werden.

 

Faszination Fernsehen

Bewegungen erzeugen eine höhere Aufmerksamkeit als eine starre Umgebung. Licht und bunte Farben sind ebenso ein Aufmerksamkeitsfänger. Wer dazu eine Begründung wünscht, kann sich gern in den Kommentaren dazu äußern, jedoch denke ich, dass dies allgemein bekannt ist. Fernsehen (und im Übrigen auch Videospiele) verfügen über diese aufmerksamkeitssteigernden Eigenschaften und übt schon allein deshalb eine unglaubliche Faszination aus. Da soziale Interaktion lebenswichtig für den Menschen ist, sind soziale, emotionsgeladene Interaktionen unglaublich spannend. Entsprechende Inhalte im Fernsehen steigern also noch einmal die Fähigkeit die Aufmerksamkeit des Konsumenten zu lenken. Der Vergleich zu Büchern hinkt entsprechend. Beim Lernen ist Dopamin im Spiel. Sämtliche dieser Faktoren sorgen ebenfalls für Dopaminausschüttung im Gehirn. Für Süchte sind falsch gebildete Neuronenstrukturen auf Grundlage von Dopaminausschüttung die Ursache . Deshalb kann Fernsehen zur Sucht werden. Da Kinder schneller lernen, ist bei ihnen besonders nachhaltig und besonders schädlich. Wenn man dann noch so genannte Cliffhanger einführt um die Spannung zu steigern, dann ist das in meinen Augen besonders bei Kindern kein Kavaliersdelikt. Bedenkt man zusätzlich die Bedeutung von Bildschirmen für den späteren Beruf, ist eine Abhängigkeit im Kindesalter unbedingt zu vermeiden, denn man entkommt Bildschirmmedien nicht, anders als zum Beispiel einer Spielsucht.

Verständnis der Zusammenhänge bezüglich Fernsehen

Ich möchte an dieser Stelle nicht genauer darauf eingehen wie Nervenzellen (hemmende und erregende) im Einzelnen funktionieren -wer das in der Schule nicht hatte/ vergessen hat vergleiche hierzu das vielfältige Angebot im Internet. Sicherlich werde ich später dieses Thema näher tiefgründiger erklären. Natürlich ist diese Erklärung an vielen Stellen ungenau, jedoch hinreichend tiefgründig zum Verständnis der Zusammenhänge bezüglich der Themen Fernsehen, Sprache, Lernen und so weiter. Wir besitzen also sehr viele Neuronen, welche vereinfacht entweder im aktiven oder inaktiven Zustand sein können. Mit anderen Worten Neuronen können nur Strom leiten oder nicht leiten. Leiten sie einen Strom, fließt dieser immer nur in genau eine Richtung. Am Ende des Neurons angelangt trifft der Strom auf einen relativ hohen Widerstand durch die Membran der Nervenzelle. Dieser Widerstand ist abhängig von der Häufigkeit der Benutzung dieses Neurons. Wird eine dieser Verbindungslücken häufig benutzt, verringert sich der Widerstand beziehungsweise die Leitfähigkeit erhöht sich. Am neuen Neuron angekommen kann, entsprechend der Höhe dieser Leitfähigkeit, stark oder weniger stark auf das nachfolgende Neuron eingewirkt werden, ob dieses also aktiv werden kann oder nicht. Ist die Verbindung also zu schwach zwischen diesen 2 Neuronen, ist es (im Prinzip) als ob kein Signal existiert hat. Das Signal wurde gefiltert. Da es nicht nur zwei Neuronen im Kopf gibt, kann es jedoch sein, dass viele Neuronen das eine (nachfolgende) Neuron gleichzeitig schwach anregen. So wird das Neuron doch ausreichend angeregt, um selbst aktiv zu werden und seinerseits ihm benachbarte, nachfolgende Neuronen zu beeinflussen. Nun steht jedes Neuron im Kopf für eine bestimmte Sache (zum Beispiel eine horizontale Kante, die eigene Mutti, Sinneszelle XY oder sonst etwas). Werden die Sehzellen also auf eine bestimmte Art und Weise (durch eine Querkante) angeregt, führt diese Form der Weiterleitung dazu, dass zum Schluss das Neuron „für eine querstehende Kante“ aktiv wird und sich daraus neue Erregungen herleiten. Fahren wir zum Beispiel gerade Fahrrad, ist auch der Teil „Fahrradfahren“ aktiv im Gehirn. Die Fahrradfahr-Neuronen zusammen mit dem Querbalken-Neuron regen dann das Neuron „Ausweichen“ gemeinsam an. Dieses wiederum sendet zur Fahrradfahrregion ein Signal, das gemeinsam die Aktion „Lenken“ in Gang setzt und unsere Muskelzellen ansteuert. So können wir lenken, ausbalancieren und ohne zu fallen weiter fahren. Wer jetzt fragt, wo da das Bewusstsein ist – ja weiß der Teufel wo das ist ; – )

Nun muss man sich also vorstellen, dass das Gehirn für sämtliche, wirklich sämtliche wiederkehrende Objekte, Gefühle, Eigenschaften und so weiter genau solche Filter einrichtet. Dafür braucht es viele –sehr viele Sinneseindrücke und es braucht auch die richtigen Sinneseindrücke. Da wir soziale Lebewesen sind (anders als gern in pseudowissenschaftlichen Tests und Studien behauptet) die gemeinsam besser überleben, als der stärkste einzeln, ist der Mensch ein Lebewesen, welches wahnsinnig (oder lieber besonders?) gut durch soziale Interaktion lernt. Zu sozialer Interaktion gehörten bis vor Kurzem ausschließlich Hormone „Geruch“), visuelle Eindrücke, akustische, motorische Reize und so weiter –einzeln oder in Kombination. Schrift, Mobiltelefon und „soziale“ Netzwerke sind hingegen sehr junge Errungenschaften. Das sozial völlig vernachlässigte Kinder (auch Affen und andere Tier-Babys mit Brutpflege bei Vernachlässigung) sterben, deutet aus meiner Sicht auf einen Selektionsmechanismus von sozial nicht kooperationsfähigen Individuen hin, die der gesamten Gemeinschaft sonst schaden würden. Alltägliche REALE Beispiele sind aber wichtig. Fernsehen enthält Kindern aber viele Informationen vor und erzeugt künstliche Situationen mit künstlichen Abläufen und künstlichen „physikalischen Gesetzen“. Auch ein Grund, warum so eine große Faszination vom Fernsehen ausgeht, denn es sind eben völlig „andere Gesetze“, als man sie sonst wahrnehmen kann. Und das Unregelmäßige beziehungsweise das Unbekannte ist spannend (weckt die Neugierde), weil es spannend sein muss für das Gehirn, denn es will ja genau das Neue lernen und nicht das Altbekannte. Nur so kann es sich auf möglichst viele spätere Situationen vorbereiten um richtig zu reagieren.

Sind die Beispiele falsch, bildet das Gehirn falsche Grundstrukturen für Sprache, Verhalten, Lösungsansätze und die Ansteuerung der Muskeln wird nicht ausreichend trainiert. Dies führt zu falscher Belastung und anschließend zusätzlicher Abnutzung des Bewegungsapparates, falsche Körperhaltung, falscher Atmung und so weiter.

Wie wichtig reale Beziehungen für die Gesundheit sind, wird aus dem Artikel zum Thema Depression verständlich.

Welche Konsequenzen hat es, wenn also zum Beispiel eine Katze in einer komplett senkrecht gestreiften Umgebung aufwächst (an Menschen wurde das nicht getestet, man weiß aber, dass die Resultate die gleichen wären)? Die Katze wird ihr Leben lang gegen horizontale Hindernisse stoßen, da sie kein Neuron und kein Netzwerk besitzt, welche für die Kategorie „quer“ zuständig ist und die Strukturen in ihrem Gehirn nicht mehr flexibel genug sind, diese Kategorie zu erstellen. Umgekehrt trifft dies auch auf Katzen zu, die in ausschließlich quergestreifter Umgebung aufwachsen. Bei der Interpretation von Situationen und komplexeren Geschehnissen ist natürlich das Erlernen komplexer und vielfältiger, jedoch das Prinzip das Gleiche.

Als Erwachsener besitzt man bereits (wenn alles richtig lief) die richtigen notwendigen Grundstrukturen (Vorstellungsvermögen, Sprache, Koordination und so weiter) und weil man langsamer lernt als Kinder und erweiterte Erfahrungen hat, schadet Fernsehen nicht im gleichen Maß. Man kann sich das wie einen Baum vorstellen – der Stamm und die größten Äste sitzen alle gut, sodass der Baum stabil steht – spätere Veränderungen werden eher bei den kleinen Zweigen vorgenommen. Kommt ein bisschen Wind, bricht vielleicht der eine oder andere Zweig ab, aber der Baum steht immer noch schön gerade und stabil. Es bedarf schon eines richtigen Sturms (zum Beispiel ein Schlaganfall) oder permanent Wind aus einer Richtung (viel zu viel Fernsehen) um grundlegende (ungesunde) Veränderungen vorzunehmen. Sind aber die Bedingungen für den Baum (das Kind) von Anfang an ungünstig, wird der ganze Baum krüppelig und instabil. Die Mammutbäume in den Urwäldern, konnten nur so groß werden, weil sie gerade nach oben gewachsen sind. Das heißt, ein Kind kann nur sein volles Potential (Intelligenz) erreichen, wenn das Fundament stabil ist. Dies lässt sich auch später nicht mehr wirklich verbessern. Das Nervennetzwerk wächst verhält sich da wie ein Baum, welcher ab einen bestimmten Alter langsamer wächst und dessen Stamm, mit allen Verzweigungen, soll ja nicht abgesägt werden. Das heißt, wenn ein Kind seine Muttersprache gelernt hat, soll es sie ja nicht wieder verlernen – hier ist wieder der Schlaganfall ein gutes Beispiel, was die Folge wäre. Wie wichtig das am Beispiel der Sprache ist, wird sicherlich beim Lesen des letzten Artikels deutlich.

Wenn man also daraus schließend die Frage, ob es Körperverletzung und oder Misshandlung ist, wenn man ein Kind in einem ausschließlich quergestreiften Raum aufwachsen ließ mit „JA“ beantwortet, muss man einsehen, dass Fernsehen durchaus nicht harmlos ist.

Denn es verändert molekular nachhaltig und zum Teil irreversibel den Körper des Kindes und schränkt es in seinen Entwicklungsmöglichkeiten lebenslang ein. Man darf entsprechend kein Kind dazu verleiten zu viel Fernsehen zu konsumieren (erst recht nicht öffentlich finanziert).

Dazu gehört KEIN Schulunterricht vor dem allgemein üblichen Schulalter, jedoch zum Beispiel Vorlesen, Erklärungen (KEINE reinen Bestaunexperimente mit „so ist es – jetzt sagen alle oh“, Kinder langweilen sich dadurch eher und gewinnen so das Gefühl, es sei ja alles viel zu schwer zu verstehen – man schreckt Kinder also von den MINT-Wissenschaften eher ab, als dass man sie dafür begeistert beziehungsweise Kinder lernen bei einer solchen (auch durch das Fernsehen viel zu oft vermittelte künstliche Spaß haben) lediglich eine sehr oberflächliche Herangehensweise an wichtige Prozesse des Lebens), natürlich auch sinnvolle Spiele, Erzählungen, reale Konflikte, Bewegung und so weiter. Wie unser Gehirn lernt wird später in einem oder mehrere Artikel verpackt, denn es lernt ja „von alleine“/ unbewusst anders als durch Erkenntnisse, die man auf Grund von Sprache erlangt. Ich teile daher nicht die Ansicht in diesem Punkt von Manfred Spitzer, Kinder würden nur durch Wiederholung lernen. Leider wird das immer wieder gern zitiert. Die Kommaregel, dass vor das „DASS“ mit doppeltem S immer ein Komma kommt, habe ich bewusst in der 3. Klasse bei meiner Grundschullehrerin gelernt und muss sie bis heute bewusst einsetzen, da kann ich das Üben wie ich will und Kommaregel, die ich später hätte lernen sollen auf dem Gymnasium und nie richtig erklärt bekommen habe, kann ich bis heute nicht. Lesen hätte ich nie gelernt ohne eine Erklärung des Prinzips und bei Mathematik fände ich es äußerst unsinnig.

Zurück zum Fernsehen. Wie man leicht daraus erkennt, sind die Inhalte des Fernsehens also durchaus sehr stark zu selektieren für Minderjährige und jemand der sich von Berufs wegen damit beschäftigt weiß sehr wohl, dass es ungeeignete Inhalte gibt. Wenn er also auch noch damit wirbt, man halte hohe Qualitätsstandards ein und würde unbedenkliches Programm senden (vergleiche www.kika.de), dann ist das arglistige Täuschung und vorsätzliche Körperverletzung von Schutzbefohlenen und nicht einmal „nur“ fahrlässig.

Und ist es qualitativ hochwertig:

  • Wenn Wissenschaftler ständig als verschrobene, verrückte unverständliche Kauze dargestellt werden?
  • Die Teletubbies überhaupt in Betracht zu ziehen?
  • Sich für Telenovelas nicht in Grund und Boden zu schämen?
  • Im Nachmittagsprogramm, völlig falsche Berufsvorstellungen und Werte zu vermitteln?
  • Warum bitte vermitteln öffentlich rechtliche Sender überhaupt aktuellen Modetrends?
  • Und wenn man so etwas wie das KiKa-Kaninchen einführt um dann entsprechende Produkte an das Kind zu bringen, dann sehe ich darin doch schon Schleichwerbung, die zu nichts weiter dient als privatwirtschaftlichem Gewinn zu dienen: Es werden damit keine gemeinnützigen Zweck oder sonst etwas finanziert, sondern lediglich die Umsätze gesteigert, da private Unternehmen zur Produktion der Sendungen beauftragt werden. Diese behalten dann auch noch die Rechte daran in so fern, dass man es nicht allgemein für nicht kommerzielle Zwecke kostenlos nutzen kann, obwohl sie mit öffentlichen Geldern produziert wurden.

mintiki.de

 

A: Ich wüsste nicht, was Kinder (unter 6) überhaupt aus’m TV lernen sollten, was wichtig wäre – und was sie nicht auch anders lernen könnten…“

Du?

Urnaturaen: Muss man diese Selbstregulation – was das TV gucken angeht, bei Kindern erst austesten, bis es schief geht? Nehme ich das zu ernst? Andere zu locker? Oder habe ich einfach nur keine Lust auf tägliche Machtkämpfe, ungefiltertes konsumiere von Werbung und Gewalt, oder Kinderfilme ohne Inhalt. Es ist nicht so, dass ich diese gesamte PRO TV (wenn auch in maßen) Argumentation nicht nachvollziehen kann, die realistische Umsetzung finde ich dennoch abstrakt! Meine eigene Beobachtung von Kindern, die selbstregulierend TV gucken dürfen, ihnen aber bei kleinster Langeweile sofort der TV, Nintendo etc einfällt, anstatt in die Natur zu gehen, kreativ zu werden – ist da die Selbstregulation gescheitert?

 

Wenn wir konsequent den Absichten des Kindes entgegenkommen, erziehen wir das Kind in natürlicher Weise, sich entgegenkommend zu verhalten. In ursprünglich lebenden Gesellschaften ist das der traditionelle Weg des Umgangs mit Kindern. Gepanzerte Eltern der zivilisierten Gesellschaften lehren aus Prinzip das Raffinement des „anständigen Benehmens“. Daher sind selbstregulierte Kinder bei uns selten. // rette-sich-wer-kann.com

Sollte Fernsehen denn überhaupt erst eine Absicht werden?

Randnotiz: Wir leben intuitiv unerzogen. Nur bei dem Thema ’selbstbestimmtes fernsehen‘ sehe ich das scheinbar etwas anders. K1 schaut selbstbestimmt altersgerechte DVDs. Das heisst – dieser Beitrag ist weder ein unerzogen#rant, noch ein fernseh#rant. Nein, ich verleihe den Medien keine Bedeutung durch Verbot. Es gibt hier keines. Es gibt nur eine Achtsamkeit. Problem: Ich gucke oft aus interesse und aus dem Zweck ‚gemeinsam erleben‘ mit und stellte erschreckend fest: Selbst bei Wickie und die starken Männer (FSK 0) wird sich der Kopf eingeschlagen, in den Wald gegangen um sinnlos zahlreiche (Wer tötet die Meisten) Tiere zu erjagen (Wölfe) Das soll ab 0 sein ?

Kein Kind erinnert sich, an den schönsten Tag vor dem Fernseher. Ich werde in dem Sinne nicht vorleben wollen, dass fernsehen eine gute Alternative zum Lernen oder Abschalten ist. Bis sie es selbst verlangen, da hört mein Part auf. Die Frage von Pro und Kontra ist schlussendlich nicht lösbar. Es gibt so viele Lösungen wie Menschen.

Dieser Beitrag lädt wie immer, zum mit und weiterdenken ein.
 

Wenn man mal ‚selbstreguliertes Fernsehen‚ im Netz sucht – Wie sie sehen, sehen sie nichts. Es mögen die Wespen aus ihren Nestern fliegen.

OM!

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Ein Kommentar zu „Faszination Fernsehen: Warum selbstreguliertes Fernsehen nicht ‚OK‘ ist.

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