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Warum bist du immer so müde Mama?

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Warum bist du immer so müde Mama?

Weil ich 24/7 verfügbar bin. Geistig und körperlich. Mal mehr mal weniger, aber 24 Stunden jeden Tag. Weil ich eine dieser Stay at Home Moms bin. „Stay at Home“ bedeutet natürlich, dass ich den ganzen Tag nur meinen Hobbys nachgehen kann, aus- und durchschlafen kann wie es mir gefällt, mir die Finger lackieren kann, ständig Kaffee trinken kann, und seelenruhig die besten bio und vegan 5 Sterne Menüs kochen kann. Überhaupt habe ich NUR Freiheiten, die so ein arbeitender Mensch nicht hat. (Achtung: IRONIE). Nicht ganz, aber es ist durchaus ein Privileg, die ersten Jahre mit seinen Kinder zuhause verbringen zu dürfen.

Weil ich 24/7 Still, Kuschel und Tragemama bin. Ich auch zwischendurch meine unperfekten Momente habe, wo mir alles zu viel wird. Ich rückzug brauche, ich wieder mehr ich sein muss. Diese Zeit wird schneller vorbei gehen, als einem lieb ist. Irgendwann wird das Haus leise sein, der Abwasch und die Wäsche wird gemacht sein. Ich nehme meine Kinder lieber jetzt wahr.

Ideale sind auch nur menschlich.

Selbstbetreuung ist auch nicht immer DAS Maß der Dinge. Wie das Leben eben so ist, nichts ist vollkommen. Alles hat eben seine Vor- und Nachteile. Wie oft habe ich gedacht, dann geh ich arbeiten und schicke die Kinder in Betreuung. Dann habe ich einen ‚Ausgleich‘ zum Mutteralltag und die Kinder können sich sozialisieren (Oton). Widerspricht meinen Idealen. In emotionalen Notsituationen, schmeißt man gerne mal seine Ideale über Board und bereut es ganz schnell wieder. Es gibt Mütter die sagen, dass die Arbeit die man zuhause macht nicht so wertgeschätzt und gesehen wird, wie die auf der anderen Arbeit – im Büro oder sonstwo.

Job als Ausgleich?

Mal abgesehen davon, dass ich arbeiten nicht als Ausgleich zum Alltag mit meiner Familie sehe. Zumindest nicht gewisse Minijobs in der Dienstleistungsbranche. Selbstständigkeit ist ein anderes Buch. Tu was du liebst, ist das Stichwort. Aber sieh auch zu, dass du dir damit auch deinen Lebensstandard erhalten kannst. Eine kleine Lebensaufgabe, wie ich finde. Bin auf dem Weg. Der Weg ist das Ziel.

Kinder konditionieren?

Wer muss hier eigentlich zurück stecken? Ich? Weil ich keinen Ausgleich habe? Oder die Kinder, weil sie plötzlich mit anderen Personen als Hauptbezugspersonen auskommen müssen? Die Kinder müssen zurück stecken. DAS habe ich bemerkt, als ich einen kurzen Ausflug zurück in die Arbeitswelt gemacht habe. Auf Kosten des Kindes lief das Ganze, denn das Kind musste plötzlich 4/5 Stunden ohne mich auskommen.  Die Reaktion darauf war völlig natürlich und anders als ich mir erhoffte. Pures Trennungsszenario-Wutgeschreie, bis ich endlich wieder da war. Fazit? Ich müsste das Kind konditionieren, auch ohne mich über viele viele Stunden glücklich zu sein. Ich müsste das bedürfnisorientierte und Stillen nach Bedarf einstellen. Es so konditionieren, dass es mit den Arbeitsstunden vereinbar ist.

Mögen viele Eltern für normal halten, denn es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu ‚erziehen‘ heisst es. Ein Dorf? Habe ich nicht. Die Alternative? Ständiges organisiere mit den anderen Familienmitgliedern, viele Einrichtungen testen bis man DIE Beste für sich gefunden hat. Ganz ehrlich? Ich will nicht erst 10 Einrichtungen testen, künstliche Beziehungen aufbauen – weil ich darauf angewiesen bin. Ich will auch nicht ständig andere Familienmitglieder einspannen, ständig umplanen weil sich der Dienstplan geändert hat. Dann sind da noch die Phasen und Tage die nicht glatt laufen. Kinder sind eben keine Roboter, die sich in „fremder“ Obhut IMMER bestens benehmen. Ich kenne meine Kinder eben am besten, ich kenne die richtigen Knöpfe zum richtigen Zeitpunkt.

 

Sind Sie eine Frau, die arbeitet, oder ist es einfach nur „Hausfrau“?
Ich bin eine Mutter,
Ich bin eine Ehefrau,
 Ich bin eine Tochter,
 Ich bin der Wecker,
 Ich bin der Koch,
 Ich bin die Magd,
 Ich bin der Meister,
 Ich bin der Barkeeper,
 Ich bin der Babysitter,
 Ich bin eine Krankenschwester,
 Ich bin ein Arbeiter,
 Ich bin ein Sicherheitsbeamter,
 Ich bin der Berater,
 Ich bin der Tröster,
 Ich habe keinen Urlaub,
 Ich habe nicht einen Tag frei,
 Ich arbeite Tag und Nacht,
 Ich bin die ganze Zeit im Dienst,
 Ich bekomme kein Gehalt.

Nein, ich will mich nicht unabdingbar machen und ich will AUCH (mal) nicht immer 24/7 verfügbar sein. Das ist der Grund, warum ich oft müde bin. Mir die Augenränder überschminke, und das inzwischen sehr gut beherrsche dank Youtube-Schminktutorials. Es soll nicht heißen, dass Mütter die arbeiten gehen UND Familienmanager sind, nicht müde sind. Die sind es ganz bestimmt genauso, vielleicht sogar mehr, weil sie sich ständig zerreißen müssen zwischen Familie und Job. Ich zerreiße mich nur in anderer Weise. Ja ich weiß, viele haben keine andere Wahl. Sie müssen sich leider täglich zerreißen. Ich habe die Wahl, viele haben sogar die Wahl ohne es zu wissen – oder sie zu nutzen.

Mit K2 auf mir schlafend gebloggt, im sitzen! Jetzt erst mal einen Kaffee.

Bis Bald.

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