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Gebt den Kindern ihre Freiheit wieder, die wir hatten ohne verrückt zu werden.

 

Was ist Free-range-parenting?

Free-range parenting is the concept of raising children in the spirit of encouraging them to function independently in proper accordance of their age of development with a reasonable acceptance of realistic personal risks. This idea was popularized by pediatrician Benjamin Spock. Author Lenore Skenazy at her website (founded April 2008) and her book Free-Range Kids: Giving Our Children the Freedom We Had Without Going Nuts with Worry (published April 2009) can be generally described as the opposite of helicopter parenting. (Wikipedia)
Frei übersetzt: Freilauf oder Freigang Elternschaft ist das Konzept Kinder im Geiste zu ermutigen (mit der richtigen Übereinstimmung ihres Alters) eine angemessenes Gespür oder Einschätzung für persönliche Gefahren zu erlernen. 
Die Idee wurde publiziert von Benjamin Spock. Autor des Buchs: Freigang/Freilauf Kinder: Gebt den Kindern ihre Freiheit wieder, die wir hatten ohne verrückt zu werden. 


Was ist Helicopter Parenting?
Die Begriffe Überbehütung und Überfürsorglichkeit (englisch: overprotection) bezeichnen allgemein Verhaltensweisen von Eltern, bei denen das Bedürfnis, ihr Kind zu beschützen und zu versorgen, übermäßig ausgeprägt ist. Dieselben Begriffe sind auch auf andere menschliche Beziehungen anwendbar, beispielsweise zwischen Ehepartnern. Der Begriff Helikopter-Eltern ist eine populäre Bezeichnung für eine moderne Form der Überbehütung. 
Der dänische Familientherapeut Jesper Juul hält die Schäden durch Überbehütung sogar für schlimmer als die Folgen von Verwahrlosung, Ignoranz und Desinteresse der Eltern. Der Hintergrund von Überbehütung sei ein Narzissmus der Eltern: Sie wollten glückliche und erfolgreiche Kinder haben, um sich selbst als kompetent erleben zu können. (Wikipedia)
 


Das Land der Freien. Doch Für Kinder gilt das nicht.
 Aus Angst, es könnte etwas passieren(?)

Beaufsichtigen Eltern den Nachwuchs fast ununterbrochen. Angst ist das beherrschende Gefühl, das amerikanische Eltern dazu bewegt, ihre Kinder nie unbeaufsichtigt zu lassen. Damit verwehren sie ihnen aber auch eine freie Kindheit, wie sie sie selbst einst genossen haben. Jeffrey Dill hat mit einer Gruppe von Wissenschaftlern für ein Projekt der Universität von Virginia Interviews mit 100 Eltern im ganzen Land geführt, um Einblicke in die amerikanische Familie zu bekommen. „Fast alle Befragten erinnern sich an eine Kindheit mit fast unbegrenzter Freiheit, als sie Fahrrad fahren oder durch Wälder, Straßen und Parks streifen konnten, unbeobachtet von ihren Eltern“, schreibt Dill.

„In den vergangenen 60 Jahren haben wir in unserer Kultur einen graduellen, anhaltenden, aber letztlich dramatischen Rückgang der Gelegenheiten erlebt, bei denen Kinder frei spielen können ohne Kontrolle der Eltern, und einen Rückgang der Möglichkeiten, riskante Spiele zu spielen“, meint Peter Gray, Psychologieprofessor am Boston College. „In denselben 60 Jahren haben wir gleichzeitig ein graduelles, anhaltendes und letztlich dramatisches Anwachsen von aller Art mentaler Störungen erlebt, vor allem emotionaler Störungen.“

Das Ergebnis sei eine deutliche Zunahme von Depressionen und Narzissmus bei jungen Erwachsenen und eine Abnahme von emotionalem Einfühlungsvermögen. In seinen Artikel und Büchern und auf seinem Blog „Free to Learn“ wirbt Gray deshalb dafür, den Kindern wieder den Freiraum zu geben, sich selbst bei riskanten Spielen auszuprobieren, und ihnen so zu ermöglichen, fürs Leben zu lernen.
Es ist aber nicht allein die psychische Gesundheit der Kinder, die leidet. In einer Studie von 2011 hat der Entwicklungspsychologe Kyung-Hee Kim Kreativitätstests der letzten Jahrzehnte ausgewertet und hat dabei einen beunruhigenden Trend festgestellt: Seit 1984 weisen alle wichtigen Parameter in Amerika nach unten. In seinem wissenschaftlichen Artikel „The Creativity Crisis“ schreibt Kim, die Daten würden belegen, dass „Kinder über weniger emotionale Ausdrucksfähigkeit verfügen, weniger energiegeladen sind, weniger redselig und sich in Worten schlechter ausdrücken können, weniger Humor haben, weniger Vorstellungskraft, weniger unkonventionell, weniger lebendig und leidenschaftlich sind, ihre Umwelt weniger wahrnehmen und weniger in der Lage, scheinbar unzusammenhängende Dinge in ein Verhältnis zu setzen, weniger integrierendes Denken aufweisen und seltener Dinge auch aus einer anderen Perspektive betrachten“. http://www.welt.de

 Lernen durch Fehler
Freiraum, Spielraum, Gefühlsraum eingegrenzt aus Angst?
 
Durchaus könnte man mir jetzt das Gleiche unterstellen, ich preise hier den ‚Free-range‘ Weg an, um mich selbst als kompetent erleben zu können. Es ist wie eine kaputte Schallplatte, die ich gerade abspielen möchte. Nein, es ist gibt nicht nur den einzig wahren Weg. Das einzig wahre Konzept. DAS Patentrezept für glückliche Kinder und Eltern. Es ist aber wieder eine Gedankeneinladung. Selbst noch einmal zu schauen, ob wir nicht manchmal zu viel behüten, zu schnell eingreifen, zu ängstlich sind. Hinzuschauen wie wir uns gefühlt haben, mit unseren Eltern – Als sie unseren Freiraum, Spielraum, Gefühlsraum eingegrenzt haben aus Angst.

Erfahrungen basieren auf Erlebnissen. Selbst in der Erwachsenenwelt. Immer und immer wieder, muss ich erst den oder einen Fehler machen, damit ich daraus lerne und damit Dinge  im Leben schlussendlich glatt bzw. so wie erwünscht laufen. Genau dieses Prinzip brauchen Kinder. Wenn Kinder anfangen zu laufen, bedeutet das einige Stürze damit sie ein Gespür bekommen, was körperlich geht und was nicht geht. Oft will der Geist, der Körper ist unwillig. Wir sind voller Panik, dass das Kind sich jetzt wirklich irgendwann mal den Kopf so arg stoßen könnte, dass wir ins Krankenhaus fahren müssen. Aber wenn es das nicht tut fehlt die Erfahrung? Es reicht auch ein Sturz ohne große Verletzung, so hoffen wir zumindest. Unvermeidbar ist er dennoch. Dieses Gefühl, zwischen „greife ich jetzt ein“ – „oder doch lieber nicht“, verfolgt mich selbst ständig. Es ist eine tägliche Erinnerung daran, wie ich selbst behandelt werden möchte. Sagen wir, wie ich es es gewollt hätte als Kind. Der Hauptteil der Konflikte zwischen Eltern und Kind, entsteht doch meist weil wir eingreifen in: Persönliche Grenzen oder in das Spiel des Kindes. Es ist ganz leicht herauszufinden, ob gewisse Konflikte nicht so gelöst werden können. Ein achtsamer Umgang miteinander, der die eigenen Grenzen respektiert und auch die unsere Kinder.


Eine kleine Anekdote aus unserem Alltag und die Geschichte hinter diesem Bild: V. (littlevikinger) ist knapp über 2 Jahre alt und möchte ganz natürlicherweiße SELBST und STÄNDIG sein. Zum Zähne putzen steigt er auf einen kleinen Hocker, um an das Waschbecken zu gelangen. Das klappte bisher auch immer zuverlässig, bis zum Tag XY. Ich war gerade auf der Toilette und dann hörte ich es jammern und schreien. Ich eilte in das Badezimmer und V. lag am Boden. Er war offensichtlich von dem Hocker gestürzt, als er selbständig herunter kommen wollte. Was bisher eben immer klappte. Diesmal war er wohl zu eifrig, zu schnell, zu unbedacht. Er selbst sagte danach ‚langsam, langsam runter‘ zwischen ‚Aua, Runter, Aua‘. 
 
Ich denke, das wird so nicht mehr (oft) passieren. Wäre diese Erfahrung nicht, würde er immer wieder unbedacht an riskante Situationen heran gehen. Würde ich ihm immer helfen, könnte er diese Erfahrung nicht machen. 
 
Es geht nicht darum: Zwanghaft Kinder alles machen zu lassen, was wir auch tun. Es geht nur um dem Blick für den AUGENblick, um die Kunst der Zurückhaltung –  wenn sie angebracht ist.


Mit anderen Kindern alleine draußen zu spielen und dabei Grenzen auszutesten und auch Risiken einzugehen, helfe den Kindern nicht nur, motorische Fähigkeiten zu entwickeln, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und soziale Fähigkeiten zu trainieren, so Gray, „es lehrt auch, intensive negative Gefühle in den Griff zu bekommen wie etwa Angst oder Wut“.  http://www.welt.de
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2 Kommentare zu „Gebt den Kindern ihre Freiheit wieder, die wir hatten ohne verrückt zu werden.

  1. Vielen Dank für diese Gedanken. Ich ertappe mich selbst oft dabei, meinem großen Kind bei dem was sie tut zuzuschauen und mich zu fragen „greife ich jetzt ein?“, „ist es fahrlässig jetzt nicht einzugreifen?“, „was wäre das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich nicht eingreife?“, „wie fühlt sich mein Kind wenn ich jetzt eingreife und wie, wenn ich nicht eingreife?“

    Es bleibt ein ewiges Abwägen, aber genau das ist auch sehr lehrreich.

  2. Hallo Aline,

    Ich muss jetzt mal was loswerden. Du hattest ja kürzlich einen Post mit Empfehlungen für andere Blogs. Vielleicht machen wir sowas auch demnächst. Und eines ist sicher, dein Blog ist bei mir dann ganz weit oben auf der Liste:)

    Zur Zeit gehören deinem zum Besten was in Familienbelangen zu lesen gibt, und ich freu mich wirklich jedes Mal, wenn in meinem Feed ein Artikel von dir auftaucht. Vielen Dank dafür!

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