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Geburtsbericht: Zwei kraftvolle Alleingeburten in Eigenregie – „Sollte ich wieder ein Baby bekommen, dann alleine im Wald.“

#positivegeburtskultur
Das ist meine neue Rubrik und sie wird reichlich gefüllt mit Geburtsberichten.  

 Foto von Esther Mauersberger

YogaTara Luzia, Mama (34) von sechs selbst geborenen Kindern und ehrenamtl. Spirit Doula (von Artio die GeBÄRgöttin) aus dem Saarland.

Ich habe drei Kinder in einer Klinik geboren und drei Kinder zu Hause.
Die letzten zwei Geburten waren geplante Alleingeburten.
Heute weiß ich mit Bestimmtheit, dass es nicht egal ist, wie und wo wir geboren werden.

 
Die drei Klinikgeburten waren zu Anfang immer selbstbestimmt ~ ich war immer freudiger Erwartung. Doch geendet sind sie schmerzhaft und in Erschöpfung. Als ich mein drittes Kind in den Armen hielt und meine Mama den Kreissaal betrat, war meine erste Reaktion. „Sollte ich wieder ein Baby bekommen, dann alleine im Wald.“




Geburtsbericht meiner Tochter Runa Seraphine im Sommer 2013 – Eine schmerzfreie Alleingeburt


Heute ist der 03. Juli 2013, unsere Tochter ist genau eine Woche alt und heute werde ich von dem Tag ihrer Geburt berichten.

Am Dienstag, den 25. Juni, hatte ich morgens unregelmäßige, aber immer wieder kommende Wellen gespürt. Ich beobachtete und hörte ununterbrochen in meinen Körper hinein, ich war voller Erwartung. Nachmittags gegen 15:00h verschwanden die Wellen so schnell wie sie gekommen waren. Darum beschlossen wir – Thorsten, Simeon und ich noch im Wald spazieren zu gehen.
 
Die großen Jungs waren auf dem Sportplatz, vor unserem Waldstück, zum Training. Ich begrüßte im Wald einige Bäume und tankte Energie, nach 30 Minuten kamen wir in einen Platzregen, auch dieser erfrischte mich freudiger Weise. Zuhause blieb es den ganzen restlichen Tag ruhig. Abends nahm ich noch ein Bad, streichelte meinen Bauch und kommunizierte mit dem Baby – “Ich freue mich auf dich, du kannst nun gerne kommen, wir wollen dich kennen lernen … “ Nach dem Bad untersuchte ich mich, daraufhin verabschiedete sich das Geburts-Zeichen (Pfropf) Die Tür wurde geöffnet 😀
Mittwoch, der 26. Juni – kurz nach 0:00h wurde Simeon wach im Familienbett und ich legte ihn mir an die Brust. Das Stillen löste immer wieder bei mir leichte bis mittelmäßige Kontraktionen aus. Wie auch jetzt in der Nacht, aber dieses mal blieben sie. Die Wellen kamen unerwartet stürmisch, alle 10 Minuten… nach ungefähr einer halben Stunde konnte ich nicht mehr liegen bleiben und stand auf. Ich legte mich ins Wohnzimmer auf die Couch zum dösen (so konnte ich auch in Ruhe die Uhr im Auge behalten). Ich nickte immer wieder weg, wurde aber alle 10 Minuten aus dem Schlaf geholt und musste die Wellen veratmen. Das liegen wurde unangenehm, deshalb wollte ich mich bewegen.
Ich ging ins Bad und bereitete alles vor – ich zündete die Kerzen an, die Duftlampe mit dem Entbindungsöl, die CD wurde angemacht mit den Geburtsmantren, die Kraftsteine an den Wannenrand bereit gelegt…Ich lies mir das Wasser ein und begab mich in die Wanne, da war es  ungefähr 1:30h. Die nächsten Minuten und Stunden verliefen einfach entspannt und ruhig ab, ich hatte viel Zeit zu meditieren und verschiedenen Gedanken nachzugehen 😀
 
Ich dachte an Mary (eine Freundin) und ihre Geburtstöne, also tönte ich immer wieder das „OM“, wenn mich eine Welle überkam. Ich genoss die Wellen! Ich dachte viel an Ina May Gaskin´s Worte und musste dabei lachen und ich sang so oft es mich überkam die Mantren mit. Ich sang bestimmt drei Stunden…das ist nur möglich, wenn man alleine ist, dabei entspannt zu bleiben – mit Zuhörern bei mir eher unwahrscheinlich 😀 
Die Wellen kamen nun öfter, schneller und stärker und ich freute mich immer mehr, vor allem freute ich mich über meine Sicherheit und gute Laune.
Gegen 4:00h stieg ich kurz aus der Badewanne um meinen Mann Thorsten zu wecken. Ich fragte ihn, ob er Lust habe mit ins Bad zu kommen, ich sei in der Wanne. Ich ging wieder ins Wasser und Thorsten war auch kurz darauf im Badezimmer. Ich hielt kurzen Bericht… Jetzt merkte ich erst mal welchen Unterschied es zwischen den Wellen gibt. Diese, wenn man nur auf sich, das Baby und seinen Körper konzentriert ist und diese, wenn man abgelenkt ist …
Ich musste die Wellen in Gegenwart von Thorsten mehr veratmen und ich empfand sie auch als unangenehmer. Ich war nicht 100% bei mir und das konnte „weh tun“. Jetzt kamen die Kraftsteine zum Einsatz, jeweils drei in eine Hand! Die Steine halfen mir wieder das Gleichgewicht zu finden, ich konnte mich bei jeder Welle an ihnen festhalten und sie vermittelten mir wieder eine Art Sicherheit.
Ich bat Thorsten ein paar Vorbereitungen zu treffen im Haus und ich konnte so auch wieder besser abschalten. Ab und an kam Thorsten und schaute nach mir.
Er schaute auch immer wieder nach der Uhr, wie groß oder klein die Abstände zwischen den Wellen wurde. Nach 4-5 Minuten Abstand fragte er dann, ob wir nicht jetzt die Mama anrufen sollten. Ich war damit einverstanden, denn ich spürte dass ich bald soweit war und dass es nicht mehr so lange dauern würde.
Nach 45 Minuten waren die Abstände schon auf 2 Minuten, (meine Mama verspätete sich) und Thorsten wollte die Hebammen informieren. Ich lies ihn – ich war nach meinem Gefühl her fast geöffnet, denn ich konnte nun mitschieben, wenn die Wellen kamen. Aus dem „OM“ wurde nun ein „A“ und „U“… Nun lief mein Körper auf Hochtouren!
 
Der Übergang vom Mitschieben bis hin zum „pressen“ verlief nun zügig, nachdem Thorsten das Bad verließ. Ich durfte nun das Baby heraus lassen – es wollte raus und ich hätte es auch nicht mehr verhindern können! 😀
Thorsten öffnete die Tür mit seinem Kaffee in der Hand. Ich konnte ihm nur noch entgegen bringen, dass er bitte kurz draußen warten solle …
„Mächtige Wellen überkamen mich, überschlugen mich – Ich stütze mich mit den Händen am Wannenrand ab und kniete im Wasser. Ich schob und drückte, warf meinem Kopf in den Nacken, blickte zur Decke, “brüllen, atmen, schnaufen, tönen, …” alles fließt, fließt von selbst – Pause, stille, atmen … Die nächste mächtige Welle rollt an“…
Ich fasse zwischen meine Beine – Haare, ganz weiche Haare … Unbeschreiblicher Druck … weiter schieben… Aaah das Köpfchen ist geboren und es dreht sich etwas in meinen Händen, wenn ich zart mitschiebe… eine Welle… ich halte die Schultern, Arme, ich sehe etwas im Wasser … atmen, noch mal schieben, … das Baby gleitet ins Wasser und ich halte es …
Dunkle Augen blicken mich „geheimnisvoll“ aus dem Wasser an – (Runa) … Ich hebe es zu mir nach oben. Sobald es aus dem Wasser gleitet, schließt es die Augen.… sie sieht aus wie ein „Engel“ – (Seraphine)
Ganz rosig, so viele flauschige Haare, so rote Lippen, sie atmet ganz zart – sie wirkt wie Dornröschen, wie im Schlaf. Ein Mädchen, man sieht es sofort!
Ich rufe leise „Liebling, kommst du mal“ und Thorsten kommt zu uns, er schaut ganz überrascht und gerührt. „Was hast du denn jetzt gemacht?“, kann er nur fragen und seufzt. Thorsten möchte dann wissen was es ist und sage, ich glaube ein Mädchen und schaue nach. Thorsten schaut auf die Uhr 5:55h (später stellen wir fest dass die Uhr 8 Minuten vor geht – 5:47h)
Wir decken sie mit einem Handtuch zu, die Plazenta ist noch nicht geboren, aber die Nabelschnur ist sehr lang. Thorsten hilft mir aus dem Wasser und wir gehen langsam ins Wohnzimmer. Ich lege mich mit der Kleinen auf die Couch. Es klingelt, meine Mama ist gekommen! Thorsten öffnet die Türe „Runa ist da“, ruft er. Meine Mama kommt zu mir ins Wohnzimmer, strahlend und mit Freudentränen…
Thorsten säubert die Badewanne und ruft die Hebammen wieder an. „Ihr könnt jetzt langsam machen, das Baby ist schon da“! 20 Minuten später waren auch Julia und Eva eingetroffen und es wurde nach uns geschaut. Alles dran, alle munter, uns ging es super!
Um kurz nach 7:00 kommen die Kinder aus ihren Zimmern und bestaunen ihre kleine Schwester. Vor allem Joshua staunt über das Mädchengesicht, ständig spricht er über “diese roten Lippen” 😀 Simeon schläft heute lange, erst gegen 9h wird er wach und kann den neuen Erdenmensch begrüßen … ❤
Es hat alles so wunderbar gepasst… als wäre es ein Märchen, eine Geschichte die erzählt wird… Ich muss auch immer staunen, wenn Thorsten dieses Erlebnis aus seiner Sicht erzählt. Ich muss immer lachen, wenn ich meinen Namen höre. Es ist irgendwie Traumähnlich!
Zur Lotusgeburt! Es hat alles wunderbar geklappt, war unkompliziert und ich hab ein kleines Ritual zelebriert bei der Pflege der Plazenta. Nach 72 Stunden (drei Tagen) hab ich die Nabelschnur an der dünnsten Stelle am Nabel getrennt. Die Nabelschnur war komplett abgetrocknet und hat sich nun auch gestern vom Bauch gelöst. Würde es immer wieder so machen, war wirklich sehr schön!
 
Zum Windelfrei ! Die Zaubermaus macht schon toll Pipi und Aa in ihren Topf, beim stillen klappt es am besten…

Willkommen du geheimnisvoller Engel ❤
Runa Seraphine (Jutta Ulrike nach den Großmüttern)
3080gr., 49cm und 33.5cm




Geburtsbericht meiner Tochter Aura Delphine im Winter 2016 – eine kraftvolle Geburt in Eigenregie


Montag, 01. Februar 2016 ~ Imbolc

Schon die zweite Nacht und ich liege zwischen meinen zwei Töchtern.
Zwei Mädchen! Ich kann es immer noch nicht ganz glauben. In meinem Kopf sehe ich meine vier großen und halbgroßen 😉 Jungs… Ich war schon immer die typische Jungsmama (über 16 Jahre) und vor zweieinhalb Jahren bin ich dann zum ersten Mal eine Mädchenmama geworden. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen 😉 Vor allem wenn das Mädchen der größte Räuberhauptmann ist, den man sich vorstellen kann.

Vor zwei Tagen kam meine zweite Tochter zur Welt. Meine dritte Hausgeburt und meine zweite Alleingeburt. Die ganze Schwangerschaft verlief schon anders wie bei den anderen, aber dass ich nun sogar über meine Zeitrechnung ging, damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet.
In der Beltaine Nacht zog sie bei mir ein und entschloss an der ersten Vollmondnacht am 3. Mai bei uns zu bleiben. So errechnete ich mir daraus den 24. Januar, eine weitere Vollmondnacht (Wir wissen es gibt keine Zufälle) 😀 Ehrlich gesagt, dachte ich wirklich sie käme sogar früher. Aber nichts da… die Tage rückten näher und der Termin verstrich. So auch die nächsten Tage. Um ruhe zu bewahren, legte ich mir einfach einen neuen Termin zurecht und zwar den heutigen, Imbolc!

  1. Januar 2016
Nach einem heißen Bad gegen 10h schau ich nach meinem MuMu. Immer noch schwer zu erreichen, aber schon etwas tiefer und weicher. Aaaaah eine Zeichnung! Ich freue mich, sage laut zu mir ~ Es geht endlich los! Im Laufe des Tages immer wieder kleine Abzeichnungen, aber absolute stille, keine wirklichen Kontraktionen. Außer die Bauchmaus, die immer noch hochaktiv ist. Gegen 20h legen wir die Kleinen schlafen, nach dem Stillen von Runa merke ich nun dass mein Körper anfängt zu arbeiten – wunderbar!!! Wir gehen bei Zeiten ins Bett, ich möchte ausgeruht sein. Ich muss aber kurz vor 24h wieder aus dem Bett, im liegen ist alles super unangenehm und ich will mich einfach nur bewegen.
Also erst mal ins Wohnzimmer, aber auch da wird es mir irgendwann zu unschön und ich mache mich auf ins Geburtszimmer. Heizung an, Musik an, Kerzen an und Bewegung! Zwischendurch frische ich die Luft im Pool auf… wow die Wellen kommen ziemlich zügig, es geht schon gut zur Sache. Ich hab das Gefühl ich muss Thorsten wecken und meine Ma und Doula Eileen informieren. Es wird nicht mehr lange dauern. Thorsten ist total verschlafen, lacht und meint, „Ich wusste es, dass du mich heute aus dem Bett holst“. Wir gehen zusammen nach oben, machen den Schlauch startklar, befüllen den Pool, reden und lachen… Thorsten ruft meine Mama an, sie hat eine lange Strecke vor sich und ist dazu nachtblind ;)) Das Wasser im Pool befüllt sich echt sehr laaaangsam scherzen wir… Irgendwann ist die Höhe in Ordnung und ich genieße das Wasser und möchte nun allein sein. Thorsten weckt nun auch Sam, der bei der Geburt dabei sein möchte und beide verschwinden nach unten, meine Mama müsste auch bald eintreffen. Irgendwie fühlen sich die Wellen nicht mehr stark an, aber mein Bewegungstrieb ist wieder da. Also wieder raus aus dem Pool und tanzen, Hüften schwingen…ich taste nach meinem MuMu. Fühle einen keinen Ballon und als wäre dieser mit Wasser gefüllt??? Die Fruchtblase? Ungefähr 2,5 Finger breit geöffnet. Wie viel ist das? Ich blättere in Sarahs Buch…mmh könnten 7cm sein?!  Oooh das ist gut! Weiter tanzen und tönen.. Meine Mama steht irgendwann im Türrahmen und möchte wissen ob sie mir was gutes tun kann. Ich verneine, ich möchte nur allein sein…

Ich schaue nun immer öfter auf die Uhr an der Wand… die Zeit läuft und ich werde richtig müde… irgendwas ist seltsam. Die Wellen schwächen ab… Ich möchte wieder in den Pool, massiere und reibe an meinen Brustwarzen… Thorsten bringt noch heißes Wasser mit dem Wasserkocher hoch und setzt sich auf den Bettrand. Die Wellen sind total schwach geworden und es liegen 8 Minuten dazwischen. Ich merke leichte Frustration aufkommen. Ich möchte dass Thorsten Sam wieder ins Bett bringt, damit er sich noch ausruhen kann. Ich befürchte es wird noch dauern. Thorsten möchte wissen, ob er Eileen anrufen soll. Aber ich habe Angst dass wir sie mit Baby umsonst aus dem Bett holen. Hatten wir schon einen „Fehlalarm“ einige Tage vorher gehabt.
Es ist kurz nach 2h… ich schau wieder nach dem MuMu. Ich erschrecke, als ich feststellen muss dass er sich so anfühlt wie heute morgen. Ich muss mich irren! Spüre aber eine harte Stelle die sich bewegt, der Kopf (ich berühre nicht den Kopf selber, es liegt noch was dazwischen)! Thorsten ist wieder bei mir, ich sage ihm dass ich traurig bin und am liebsten Runa wecken würde zum Stillen. Kaum ausgesprochen höre ich sie unter uns im Schlafzimmer weinen. Thorsten geht wieder nach unten zu ihr und ich ziehe mir wieder was über und folge ihm. Meine Ma sitzt auf der Couch und meint, ich soll mich nicht stressen, wir alle haben Zeit 😉 Das sagt sich so leicht… Aber ich hab noch Hoffnung dass ich durch das Stillen wieder Wehen in Gang setzten kann.

Ich schnappe mir die Kleine und wir legen uns wieder ins Familienbett. Simeon wird nun auch wach und kuschelt sich von rechts an mich. Ich muss nicht lange warten und die Wellen rollen wieder an. Ziemlich schnell hintereinander, ich schätze alle 2-3 Minuten und sie sind stürmischer Natur. Ich schaffe nicht länger als 10 Minuten zu liegen und muss wieder aus dem Bett raus. Ich schicke die Kids zu Oma und Papa ins Wohnzimmer und rufe hinterher, dass ich wieder ins Geburtszimmer gehe…

Ich schmeiß die Videokamera an und schlüpf aus den Kleidern… nackt sein ist gut und Hüften kreisen lassen…. tönen!!! Jaaaa super! Mein Mantra in der nächsten Stunde wird sein „Ich bin weeeeeit, ich öffne mich weit“…. Jede Welle begrüße ich  mit einem „Jaaaaaaaa“ und „Baby, gleich bist du bei mir!“   Es zieht leider fies in die Oberschenkel und ein den Po. Und ein Druck macht sich zwischendurch bemerkbar. Die Wellen kommen nun jede Minute und bleiben eine Minute. Nun gibt es keine Pausen mehr. Jetzt geht alles von selbst, der Körper arbeitet auf Hochtouren.
Ich möchte nicht mehr abtasten, ich stelle mir bildlich vor, dass ich vollkommen geöffnet bin. Das beruhigt mich mitten im Sturm. Ich möchte jetzt sofort in den Pool. Ich finde nicht gleich eine geeignete Position, alles zieht so in den Oberschenkeln und meine Kräfte lassen auch nach in den Beinen. Ich töne nun laut und es tut gut. Thorsten kommt irgendwann hoch und bleibt nun bei mir. Eigentlich möchte ich dass er gleich wieder runter geht und sage ihm auch, dass ich noch ein wenig allein sein möchte. Waaaaaah es drückt und ich kann leicht mitschieben. Nun will ich nicht mehr alleine sein!!!! Thorsten streichelt mich, hält meine Hand, flüstert was, es fließt sehr viel Liebe….

Das Baby kommt und eine Urgewalt entsteht zwischen meinen Beinen, tief in mir drin und ich schaffe mir einen Ausgleich indem ich urgewaltig alles aus mir herausbrülle. Sobald  der Sturm sich wieder legt, beginne ich zu weinen an. Das tut unendlich gut, befreiendes weinen. Als würde man gehalten und getröstet. Das gibt nochmals Kraft bis die nächste stürmische Welle anrollt und mich zum äußersten treibt. Ooooh welche Kräfte dort in einem wach gerufen werden. Nichts mit schmerzfreier Geburt, wie die ganzen Monate ersehnt und darauf hingearbeitet. Nur sehr langsam scheint sich der Kopf seinen Weg nach draußen zu bahnen…  Auch wenn es nicht schmerzfrei ist so bin ich absolut frei von Angst!
(später auf dem Video sehe ich dass es 6-8 Minuten dauert bis der Kopf da ist und ich einige (8-9 Presswehen)Wellen verarbeiten muss. Bei den anderen Geburten waren es nur halb bis 1/3 so viele (3-4 Wehen bis der Kopf geboren ist)) Waaah ich glaube der Kopf ist geboren. Ich greife zwischen meine Beine und möchte nach dem Kopf tasten. Ich erschrecke. Ein Bein? Ein Po? Greife nach oben. Eine Hand! Und der Kopf! Alles Gut! Mit ausgestreckter rechten Hand zwischen meinen Beinen „Viva la Revolution“! Hier bin ich!
Jetzt aber raus mit dem Baby, denke ich und schiebe leicht und warte auf die nächste Welle. Da kommt sie und das Baby gleitet ins Wasser. „Ich habe es geschafft, ich hab es endlich geschaaafft“, fange ich zu weinen an. „Ja, du hast es geschafft, seufzt Thorsten und beugt sich schon über uns um unser Kind zu begrüßen. Ich höre nur sein schluchzen von ihm: „Hallo Baby, hallo mein Baby“.
Wir weinen und schauen, staunen und sind so überwältigt.
Thorsten holt Sam von nebenan und meine Mama und die Kleinen von unten. Ihr Gesicht verrät mir wieder dass es ein Mädchen ist, auch fühle ich nichts beim halten des Po´s 😉 . Trotzdem will Sam dass wir mal nachschauen. Ein Kurzer Blick und es ist sofort klar – eine Aura! So wie sie es uns schon die ganze Zeit mitgeteilt hat und auch uns ihren Namen nannte.
Im Sommer träumte ich von einer Frau, die mir ihren Namen Aura nannte,
den Namen für meine Tochter. Auch träumte ich, im letzten drittel der Schwangerschaft, von zwei rasanten Geburten eines Mädchens, auch optisch stimmte alles überein. Der braune Haarflaum und ihre indianischen Augen (nach ihrer nordamerikanischen Ur~Urgroßmutter Luzia)
Welch ein Geschenk nach dieser Grenzerfahrung!
Thorsten ruft nun endlich meine Freundin Eileen an und sie eilt zu uns mit Söhnchen J. Wir werden liebevoll von ihr begrüßt und sie ist so voller Freude und Liebe für uns. Ich freue mich sehr über ihre Gegenwart.
Die Nachwehen sind leider sehr unschön und die Nabelschnur auch sehr kurz. Ich brauche zwei Stunden bis zur Geburt der Plazenta, aber dann sind die Nachwehen erträglich. Gemeinsam mit Thorsten bereitet Eileen mir einen P-Shake vor, dafür schneidet sie ein schönes Stück aus der Plazenta heraus. Wir betrachten noch gemeinsam die Plazenta und befinden dass sie gut aussieht 😉 Meine Mama bereitet uns in der Küche einen riesigen Topf Gemüsesuppe zu. An der ich mich übrigens drei Tage (mittags und abends) satt futtere.

Wir zelebrieren die Lotusgeburt 24 Stunden, da die Nabelschnur sehr kurz ist und ich Angst habe, dass wir sie abreißen. Auch die Kleinen sind mir zu wild und achten nicht genug auf die Plazenta-Tasche. Also ab damit 😉 Und wir starten früher ins Windelfrei, was auch schon wunderbar geklappt hat. In der Schwangerschaft (in der Vorbereitungszeit auf die Geburt) habe ich viel getönt und dabei ist in meinem Kopf ein Lied entstanden, dass ich im Anschluss immer für mein Baby gesungen habe. Es geht um das ‚heilig singen‘, dabei besingt man den Menschen mit seinem Namen. Und auch hier wieder entstand das „Aura Lied“, was ich nun meiner Tochter auch täglich vorsinge und sie mich dabei mit großen vertraute Augen anschaut.

05. Februar 2016
Ich hab zum sechsten mal ein Kind geboren, aus eigener Kraft!
Der Liebescocktail haut immer noch rein. 😀 War die Reise doch sehr anstrengend und nun platze ich fast vor Liebe, Glück und Stolz!
Es war eine wichtige und machtvolle (Selbst) Erfahrung für mich. Diese Schwangerschaft, Geduldsprobe ‚über die Zeit‘ zu gehen beim 6. Kind und nun diese ‚besondere‘ Geburt. Nie sind wir mit einem Menschen so nah verbunden wie in der Schwangerschaft. Genauso ist die Geburt eine intensive Erfahrung der Trennung. Das wird mir immer wieder auf´s Neue bewusst.
Dieser leere Bauch löst doch einiges in mir aus. Aber ich gebe mich diesen Empfinden, Emotionen und Gefühlen von ‚Trauer, Freude, Stolz, Liebe und des Vermissens‘ hin und es tut gut und Frau wird langsam heil. So wie der Körper sein Tempo benötigt um heil zu werden, so brauch auch die Seele seine Zeit. Und dies gilt für mich als wichtiger Prozess und das Wochenbett als ein heiliger Ort/Tempel anzusehen und auch zu zelebrieren.


Willkommen du Wunderbare ❤
Aura Delphine
(Luzia – nach meiner Urgroßmutter und Tamara – nach meiner Schwester)
3560gr., 52cm und einen KU von 36cm (mit Handvorfall)

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