Geburtsbericht · Geburtsbericht: Hausgeburt mit dem Geschwisterkind

Geburtsbericht: Hausgeburt mit dem Geschwisterkind – ‚Unsere Tochter saß neben mir und brachte mich immer wieder zum Lachen.‘

#positivegeburtskultur
Das ist meine neue Rubrik und sie wird reichlich gefüllt mit Geburtsberichten. 

Ein Bericht von Jacqueline. Sie hat ihr erstes und zweites Kind zuhause, mit Assistenz ihrer Hebamme geboren. Sie erinnert sich: ‚Unsere Tochter saß neben mir und brachte mich immer wieder zum Lachen.‘

 
Schon unsere Tochter haben wir in Begleitung von zwei wunderbaren Hebammen Zuhause willkommen heißen dürfen und unser Sohn sollte möglichst auch wieder in den heimischen Räumen das Licht der Welt erblicken.
Die Schwangerschaft war turbulent und verging wie im Flug und wir haben, bis auf wenige Ausnahmen, die Vorsorge mit den Hebammen gemacht. Es war ganz anders als die vorangegangene Schwangerschaft, hier ein Zipperlein da ein Wehwehchen und unser Ziel, bis zur Rufbereitschaftszeit zu kommen. Dann war die 37. Woche da, aber unser Sohn hatte es sich sehr gemütlich gemacht und hatte ja noch Zeit. Ein paar Mal hat er „angeklopft“, aber sobald mein Mann Zuhause eintraf, wurden die Wehen wieder weniger und gingen ganz weg. Unsere Tochter kam sehr rasant, deshalb waren wir ein bisschen in Alarmbereitschaft.
Die 40. Woche war eingeläutet und ich wurde unruhig, weil von allen Seiten ein „na, wann kommt er denn nun endlich!?“ kam und nichts passierte. Also kam meine Hebamme und wir machten ein CTG, aber unser Sohn war fit und wollte einfach noch nicht, außerdem konnte ich meine Gedanken ordnen und mithilfe meiner Hebamme fiel der Ballast gerade so von mir. Mein Mann hatte sich zwischenzeitlich einen Infekt zugezogen und war krankgeschrieben. Am Samstag machten wir einen Spaziergang, hörten danach Musik und tanzten ausgelassen durchs Wohnzimmer. Eine letzte Putzaktion meinerseits, ein Abendessen und dann ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Mein Mann und unsere Tochter waren müde, ich plötzlich total aufgedreht, also schickte ich die beiden ins Bett und ich versumpfte vor dem Fernseher. Gegen 22 Uhr musste ich auf Toilette, danach wunderte ich mich über Tropfen auf unserem Boden. Ein kleines Rinnsal lief mir das Bein hinunter und da war ich mir sicher, dass ist ein Blasensprung. Ich schrieb meiner Hebamme und wir vereinbarten, dass ich schlafen gehe und mich entsprechend im Geburtshaus melde, wenn es soweit ist, damit unsere Hebamme zu uns kommt.
Folie und Handtücher habe ich vorsichtshalber schon mal vor der Couch ausgebreitet, aber an Schlaf war in diesem Moment nicht zu denken, also noch den Film zu Ende schauen und dann ab ins Bett. Gegen ein Uhr nachts falle ich in einen tiefen traumlosen Schlaf, welcher um kurz nach vier Uhr mit heftigen Wehen ein jähes Ende findet. Ich gehe ins Bad, veratme die Wehen und schaue auf die Uhr – die Abstände sind bei knapp vier Minuten. Im Schlafzimmer sage ich meinem Mann Bescheid, dass es jetzt tatsächlich losgeht und ich mir erstmal ein Bad einlasse. Er ist plötzlich hellwach und kommt zu mir, beobachtet mich und fragt, ob er was tun könne, was ich aber erstmal verneine. Eine halbe Stunde später kommt unsere Tochter (fast vier Jahre) auch ins Bad und fragt nach, warum ich ein Bad nehme, wo es doch draußen noch so dunkel ist – wir lachen und erklären ihr, was passiert. Sie ist ganz aufgeregt in Anbetracht der Tatsache, dass heute ihr Bruder endlich kommen will.
Um fünf Uhr werden die Wehen intensiver und ich möchte, dass mein Mann im Geburtshaus anruft, was er umgehend tut. In der Badewanne ist es mir plötzlich unangenehm und ich gehe im Wohnzimmer vor die Couch. Die erste Hebamme kommt gegen sechs Uhr und ich freue mich, sie zu sehen. Sie schaut kurz nach den Herztönen, wir unterhalten uns immer wieder ganz kurz, mein Mann bekommt seine kleine „Aufgabenliste“ und unsere Tochter sitzt neben mir und bringt mich immer wieder zum Lachen. Als es für sie nicht mehr passte, ist sie nach unten gegangen und hat einen Film anschauen dürfen. Etwa um halb sieben kommt die zweite Hebamme dazu, was mich wiederum auch sehr freut.
Dann ist mir plötzlich wieder nach warmem Wasser, allerdings finde ich kaum Halt in der Badewanne und es wird mir schnell unangenehm, sodass ich abermals vor unserer Couch lande. Erst kniend, dann halb hockend an meinen Mann gelehnt, ich merke selbst, wie unser Sohn mit jeder Wehe tiefer kommt. Beide Hebammen bekräftigen mich, die tiefe Hocke auszuprobieren und so sollte es dann auch sein. Ich habe mich an meinen Mann geklammert und dann war der Kopf geboren, eine weitere Wehe und wir konnten unseren Sohn um 07.45 Uhr in die Arme schließen. Mein Mann holte unsere Tochter direkt dazu und sie begrüßte ihren kleinen Bruder, auf den sie so lange warten musste. Etwa zehn Minuten nach unserem Sohn kam auch die Plazenta, welche wir in ein Tuch hüllten. Um halb zehn haben mein Mann und unsere Tochter die Nabelschnur durchtrennt. Unsere Hebamme hat die Plazenta angeschaut und unserer Tochter erklärt, die wissbegierig nachfragte.


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