Dinge die kein (Mensch) Baby braucht - Nestbautrieb und der Konsumjungle.

Dinge die kein (Mensch) Baby braucht – Nestbautrieb und der Konsumjungle.

Wie viel kosten Kinder? Ja, davon gibt es eine menge Artikel. Von Erstausttattung und Jobausfall bis Kinderbetreuung wird alles berechnet und man kommt auf eine Summe von ca. 130.000 € bis zum 18 Lebensjahr. 

Die Frau, Ihr Nestbautrieb und der Konsumjungle. Fatal, sage ich nur.
Ich war und bin auch nicht frei davon. Viel Leergeld, Fehlinvestitionen und Minusgeschäfte. In meinem Fall besonders in Bezug auf Kinderwagen, jede Menge Zeug, das kein Mensch (Baby) braucht, die Werbung einem das aber suggerieren möchte. Wie angespannt man so als Neu-Mama ist, schrecklich. Dies und das muss noch besorgt werden. Und wenn es nicht bald da ist, dann fühlt es sich nicht komplett an. Selbst im frühen Wochenbett bin ich zum Babyausstatter gefahren, für so eine schreckliche elektrische Babywippe, Stirnfieberthermometer, Wassertemperaturmesser, Waschschüssel, Nackenstütze für den Maxicosi, brustechte Kautschuksauger, Greiflinge, Mobile und Kostwärmer für den Notfall (Liste beliebig erweiterbar). Ja, eigentlich ganz schön viel ‚für den Notfall‘ der zu 99 % nicht eintrat. Gekauft war es trotzdem und die Industrie freut’s. Am Ende landet man damit auf dem Flohmarkt oder versucht es zu verschenken, denn Niemand will dieses Zeug haben, weil sie mit Sicherheit genau das gleiche Problem haben. 
Kinderwagen? Ich stelle nach einigen Fehlkäufen fest: Ein Kinderwagen für meine Zwecke müsste erst erfunden werden! Oder: Ich müsste das tun. Schwenkschieber, Luftreifen, Federung, outdoor- und geschwistergeeignet. Wenn ich da nicht bereit bin, 800 € zu zahlen, wird das wohl leider nichts. Ich bin beim Croozer (Fahrradanhänger und als Kinderwagen benutzbar) gelandet, mit dem ich weder durch Supermarktkassen, noch durch zu enge Wege komme. Sehr einseitig diese Dinger. Da mein erster Sohn den Kinderwagen so oder so nicht mochte und ein absolutes Tragekind war, verschwanden diese auch ganz schnell wieder. Wir haben nur noch einen 8 € Buggy vom Trödelmarkt, für ‚alle Fälle‘. 

Hätte ich das mal besser vorher gewusst, dass Menschenbabys Traglinge sind. Aber auch da lohnt sich eine Beratung. Der Markt wird immer größer und jede Trage(hilfe) bietet seinem Nutzer anderen Komfort.

Kleidung? Kaufen wir zu 99,8 % Second Hand. Warum? Weil es einfach Spaß macht durch Trödelmärkte (auch Online) zu huschen, Vintage und Einzelstücke zu ergattern, statt z.B. chemisch behandelte Neuware von der Stange. Ab und an kann ich dem auch nicht widerstehen, es bleibt aber bei sehr wenigen Kleidungsstücken oder weil sie gerade dringend benötigt werden. Nach der x-ten Doku über die Kleidungsindustrie in Asien dürfte wohl jedem bekannt sein, dass selbst namhafte Firmen dort produzieren lassen. Die Chemie ist eine Seite, die Kinderarbeit die andere. Dieses leidige Thema zieht sich aber leider selbst durch die Themen Stoffwindeln, Tücher, Mode etc. Trittbrettfahrer gibt es eben überall.

Kostenfaktor Kinderzimmer? Ja, das haben wir. Aber wohl möglich ist es für mich eher ein optisches Thema. Ich behaupte, dass  das Optische den Kindern egal ist. Man muss nur mal die heutigen Kinderzimmer mit denen unserer Generation vergleichen. Das fiel bei uns doch weitaus minimalistischer aus, oder? Was Kinder wirklich brauchen oder möchten, da müssen wir uns nicht viel vor machen. Es ist das Familienbett. Alles andere ist Konditionierung zum Wohle aller anderen Familienmitglieder. Die günstigere Version ist das Familienbett auf jeden Fall, aber Geld sollte da natürlich keine Frage sein.

Fazit: Nichts gegen Fashion & Lifestyle; nichts dagegen, wenn man sich (auch mal wieder) um sein Äußeres kümmert; nichts gegen schickes Interieur, nichts gegen liebevoll gestaltete Kinderzimmer, nichts gegen die neueste Skandimode. Wirklich nicht, aber das Maß ist mal wieder der springende Punkt. Was leben wir da eigentlich vor?
Kein Kind blickt auf die Kindheit zurück und wird sagen: Ich hatte immer die beste Kleidung an. Ich hatte ein perfekt ausgestattetes Kinderzimmer. Ich hatte den neusten Bugaboo, Emmaljunga, Stokke und Co. Meiner Mama sind 10.000 Menschen gefolgt auf Instagram. Das Spiel hat kein Ende. Wäre da nicht dieser Reboarder, besser verträgliche Kleidung aus Biofairtrade-Stoff, Barfußschuhe, Montessorispielwaren, Holzspielwaren, Tragetuch XY, Stoffwindel XY, Bio Lebensmittel, ach und….
Das Kind wird wohl möglich auf den Umgang miteinander zurückschauen. Auf das gemeinsam Erlebte. Wie es sich gefühlt hat, nicht wie sich das Materielle angefühlt hat.
Ich bin entspannter geworden, ich denke jede Mutter wird das mit der steigenden Anzahl der Kinder und der Reinfälle.

 
 Sammelt Momente, keine Dinge
Ein Gedanke zum mitnehmen und weiter denken.


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