Allgemein

Eine Einladung tiefer hinzusehen, denn es gibt kein Entkommen.

Wunderbares Zitat von Gabriele Rudolph, welches mich selbst wieder daran erinnert hat, nicht so viel zu hadern. ( . . . )



Mit der Zeit habe ich bei Entscheidungen, die anstanden, begriffen, dass es kein Entkommen gab, nur die Einladung immer tiefer hinzusehen und still damit zu sein, und ich muss sagen, auch wenn es oft eine echte Hereinforderung und ganz bestimmt nicht ohne war – wenn ich mich Dem, was war, gestellt habe – ganz und gar – blieb jedes Mal, ab dem Moment, wo ich wirklich dazu bereit war – nichts übrig – nichts als Stille.
Denn wenn ich eine Situation zulassen konnte – so wie sie eben war – oder einen Menschen so nehmen konnte, wie er war, ebenso wie mich selbst, war ich in Frieden.
Und manchmal zeigten sich mir – aus dieser Ergebenheit heraus – zudem noch überraschend angenehme Lösungen. Was hingegen oft sehr schmerzhaft war, war der Kampf gegen Das, was gerade stattfand.
 
Dennoch ließ sich auch diese Erfahrung nicht abkürzen. Wünsche, Vorstellungen und Widerstände stiegen auf und fragten mich nicht, ob sie das dürfen. Ich konnte nur – wenn überhaupt – dazu stehen, dass da Widerstand, Sich-Sträuben, Kämpfen war und damit still sein – bis gesehen und liebevoll anerkannt wurde, was ablief und Loslassen geschah. 

(Aus: “Das innere Kind und die Stille” von Gabriele Rudolph

( . . . ) Mit dem Schicksal, welches mit nicht unbedingt schlecht getroffen hat, was meine Familie angeht. Ich habe zwei gesunde Kinder. Was will ich denn bitte mehr ? Ich wohne gegenüber eines Hauses, welches körperliche und geistig behinderte Kinder pflegt. Jeden Tag werde ich damit konfrontiert. Auch wenn ich selbst einmal als Integrationshelfer gearbeitet habe. Damals war ich mir dessen nicht ganz bewusst, was es bedeuten MUSS (für uns) gesunde Kinder zu haben. Manchmal muss man einfach wieder daran erinnert werden. Wenn die Kinder mal wieder eine heiße Autonomie Phase haben. Die Zähne drücken. Irgendwas bietet das Leben immer, damit es nicht langweilig wird.
Wie oft habe ich damit gehadert, dass das Kind 24 stunden getragen werden will. Mich nachts im 1-2 std. takt weckt. Sich auf den Boden schmeißt und mindestens so lange schreit, bis jemand reagiert. Nachdem das festhalten, oder beistehen es noch schlimmer gemacht hatte.

Wie oft habe ich damit gehadert, dass mein erst geborener Sohn genauso hypersensibel ist wie ich. Das impliziert oft: Nähe (oft nur bedingt) wollen, es aber nicht zeigen können. Oder durch Aggression verbalisieren. Das kann nur ich verstehen. 

Wenn die Tage mal wieder lang sind. Man am liebsten fliehen möchte. Stellt euch der Situation. Akzeptiere sie, so wie sie ist. Das beste ist, sie geht vorbei. All die Bemühungen einfacher da heraus zu kommen, funktionieren meist nicht.

Starke Stürme, machen starke Wurzeln.


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