Fremdbetreuung brauch ich nicht. · http://schemas.google.com/blogger/2008/kind#post

Fremdbetreuung brauch ich nicht. // Gemeinsam zu leben ist nicht unterfordernd.

Meine Kinder gehen nicht in den Kindergarten

 Warum ?

Meine Sicht der Dinge und die anderer Mütter, die auch so leben.


Randnotiz: Mir ist schon bewusst, dass es nicht nur den einzig richtigen Lebensentwurf gibt und die Umstände nicht bei jedem gleich sind/sein können. Die eine Selbstbetreuung (auch über das dritte Lebensjahr) gar erst möglich machen. Da das Finanzielle ja doch oft ein Faktor bzw. Argument ist neben der Sozialisation. Ich möchte hier nicht (!) den einen richtigen Weg darstellen. Es wird ganz sicher viele Mütter & ‚Erzieher‘ geben, die diesen Beitrag nicht ausstehen können. Und tausende Gegenargumente haben. Ebenfalls es zu rechtfertigen wissen. Ich möchte trotzdem die Meinungsfreiheit nutzen. Vorurteile beseitigen. Fragen beantworten. Unseren Weg zeigen.


Ich werde aber auch nicht behaupten, dass mein Weg der Richtige ist; nur dort fühle ich mich eben wohlerAndré Stern




Vorab – Klar Tisch.

16 Dinge, die Selbstbetreuer nicht mehr hören können !

16 Dinge , die mich mittlerweile nur noch schmunzeln lassen. Mittlerweile kann ich schon bevor ich mit den Menschen im Gespräch bin erahnen, welche Weisheit sie mir wieder um die Ohren hauen wollen. Und dann ist es manchmal sowas wie ein AHA -Moment, wenn ich dann doch wieder richtig lag. 


1. Du kannst Deinem Kind doch gar nicht alles bieten!
Man hat doch zu Hause gar nicht die Möglichkeiten wie in der Kita.
Fühlst du dich nicht schlecht dabei, ihm diese schönen Jahre vorzuenthalten? 

Antw.: Ich kann meinem Kind zu Hause mindestens genauso viel bieten. Uns steht die ganze Welt offen.

2. Dein Kind braucht doch Kontakt zu anderen Kindern! Wie soll er sonst richtiges Sozialverhalten lernen ? Aber er braucht doch soziale Kontakte !


Antw.:  Wer hat eigentlich behauptet, dass man Kinder nur im Kindergarten trifft. Die meisten Mütter sind wohl in der Lage ihr Kind mit anderen Kindern zusammen zubringen. Kinder brauchen Menschen. Es kann für Kinder sehr unterfordernd sein, den ganzen Tag nur mit Gleichaltrigen zu spielen.

3. Kinder lernen doch soooo viel von anderen Kindern!
Reden, Laufen. Mein Kind hat ja so große Fortschritte gemacht, seitdem er in die Kita geht.
Ohne Kita wäre er/sie nicht so weit.

Antw.: Woher willst du wissen, dass Dein Kind zu Hause nicht exakt zur selben Zeit die gleichen Fortschritte gemacht hätte. Oder vielleicht sogar noch schneller? Das ist nicht nachprüfbar.

4. Was machst Du denn den ganzen Tag mit den Kindern?
Die Zeit hätte ich nicht mit meinem Kind zu spielen.
Das wäre mir zu langweilig, nur zu Hause zu sein.


Antw.: Ich spiele nicht den ganzen Tag mit meinem Kind. Wir leben zusammen. Wir entdecken die Welt. Wir spielen, malen, basteln, schwimmen, wandern, erforschen und treffen uns mit anderen Menschen. Wer sagt, dass wir den ganzen Tag zu Hause sitzen ?

5. Na, wenn ihr euch das leisten könnt… !


Antw.: Wir haben unser Leben angepasst und verzichten auf Vieles.
Eben weil es uns so wichtig ist unser Kind selbst zu betreuen. 


6. Man muß auch mal loslassen können als Mutter!
Er kann doch nicht für immer nur bei Mama sein.
Du kannst ihn schließlich nicht sein Leben lang in Watte packen, manchmal muss man im Leben auch Dinge tun, die man nicht möchte.
In die Schule müssen sie doch auch später…!

Antw.: Später, wenn er/sie älter ist, wenn die Zeit reif ist, wenn das Kind soweit ist, dann wird das Kind seine Wege gehen. Bis dahin gehen wir gemeinsam. Ich begleite mein Kind gerne.

7. Du bist mit 3 Kindern zu Hause? Herzliches Beileid!
Unsere geht seit sie 1 ist in die Krippe, toll sein Leben wieder zu haben!
Oh wie hältst Du das aus? Ich könnt das nicht schaffen, mir reicht es, sie Abends und am Wochenende zu haben.
Ich bin froh wenn die Kinder mal aus dem Haus sind!

Antw.: Wir tun gemeinsam was für mich. Und trotzdem habe ich auch die Möglichkeit eine Auszeit zu nehmen. Wir sind sehr glücklich damit. Und ich bin nicht froh, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ich bin froh und dankbar um jede gemeiname Minute. 
 
8. Dir muss doch die Decke auf den Kopf fallen!!!

Antwo.: Wenn ich den ganzen Tag zu Hause sitzen würde, dann wäre das sicher auch so. Aber das tun wir nicht. Und selbst wenn ein Tag mal ein „zu Hause Tag“ ist, habe ich nicht das Gefühl mich zu langweilen. Ich kenne keine Langeweile.

9. Meine Kinder gingen immer gerne in die Kita !
Also meine/r würde sich Zuhause nur langweilen er braucht die Kita!

Antw.: Mein Kind langweilt sich absolut nicht. Weder zu Hause, noch unterwegs. Vielleicht liegt es daran, dass mein Kind mit Langeweile umgehen kann. Mein Kind spielt und erschafft neue Welten. Mein Kind braucht kein dauerhaftes Entertainment.

10. Willst du gar nicht mehr arbeiten gehen?
Dann bekommst du sicher Hartz4! 


Antw.: Es gibt Selbstbetreuer die Aufstockung bekommen, genauso, wie es Eltern gibt, die die staatliche Förderung in Höhe von rund 1000 Euro Kita-Zuschuss des Staates in Anspruch nehmen. Meist ist der Hartz4 Betrag aber geringer als die Kita Kosten. Es gibt aber auch eine nicht geringfügige Zahl an Selbstbetreuern, die sich entschieden hat, von einem Gehalt zu leben. Oder aber, wo die Mutter noch einen Minijob oder ein Homeoffice hat. Es gibt viele Lösungen. Aber selbst wenn sich jemand für staatliche Unterstützung entscheidet, sollten wir uns immer bewusst machen, dass die Kita-Familien diese Unterstützung ebenfalls wahrnehmen. Außerdem sind mir die Jahre mit meinem Kind so kostbar, dass ich dann auch auf das Geld und die Arbeit verzichte. 
 
11. Wann machst du dann den Haushalt ?

Antw.: Mit dem Kind zusammen. Gemeinsam. Oder dann wenn mein Kind spielt oder schläft. Dann wenn es mir gerade passt. Wieso sollte ich den Haushalt immer dann machen, wenn mein Kind nicht da ist? Dann würde mein Kind nicht lernen, dass ein Haushalt eben auch Arbeit macht.

12. Ich musste wieder arbeiten, zu Hause wäre ich verblödet! Kindererziehung und Haushalt unterfordert mich intellektuell! Für dein Selbstwertgefühl musst du doch arbeiten gehen wollen. Aber, du hast doch studiert!?!? 


Antw.: Ich fühle mich absolut nicht unterfordert. Im Gegenteil. Das Leben mit einem Kind ist absolut fordernd und es ist sehr bereichernd meinem Kind und seinen unterschiedlichen Interessen nachzukommen. Gemeinsam die Welt zu entdecken. Unterschiedliche Eltern und Kinder kennenzulernen und sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Gemeinsam zu leben ist nicht unterfordernd. 
 
13. Du erziehst ihn völlig weltfremd!

Antw.: Ich bin davon überzeugt, dass die Welt da draußen so weit ist, wie der Ozean. Und ein Kindergarten eben nicht größer sein kann, als ein Aquarium. Was soll weltfremd daran sein, wenn wir den ganzen Ozean erkunden. Ich möchte mein Kind nicht sozialisieren, indem ich es mit gleichaltrigen isoliere. Mein Kind erlebt die normalen Abläufe mit, den normalen Alltag. Mein Kind kennt den Postboten, den Müllmann, die Arzthelferin, kommt mit zur Blutabnahme und zum Wochenmarkt. Mein Kind, weiß, dass unsere Nachbarin sehr alt und gebrechlich ist und dass gegenüber ein Baby geboren wurde. Mein Kind spielt stundenlang im Wald mit seinen Freunden und auch gerne mal alleine mit seinem Spielzeug. Die Welt umgibt uns. Künstlich geschaffene Welten brauchen wir nicht.

14. Ich will doch auch noch Frau sein, nicht nur Mutter!Möchtest Du nicht auch mal wieder was für Dich tun?  Und es muss auch Geld da sein, damit man sich mal was Schönes leisten kann. Denn nur eine glückliche Mama hat auch glückliche Kinder. 


Antw.: Mutter sein ist Frau sein. Für mich ist jetzt diese Phase im Leben dran. Irgendwann kommt eine andere Lebensphase.
 
15. Stört es deinen Mann nicht, dass nur er arbeitet und du nur daheim sitzt? Du bist doch nur zu faul zu arbeiten!

Antw. : Nein, er genießt es, dass ich ihn auch mal entlasten kann. Er stimmt unseren Lebensplänen zu. 
 
16. Zum Kind  Naaaaaa, gehst du schon in den Kindergarten? Warum bist du denn heute nicht im Kiga? Musst du heute nicht in den Kiga? Bald bist du doch 3, dann darfst du in den Kindergarten! Ist es krank, weil es nicht in der Kita ist? Ist das nicht langweilig so mit Mama alleine Zuhause? 

Antw.: Lasst unsere Kinder doch einfach in Ruhe! Ich komme ja auch nicht zu Deinem Kindergartenkind und frage: Naaaaa….ist dir nicht langweilig im Kindergarten?  Und nerven dich die Erzieher nicht auch manchmal? Schmeckt das Kita-Essen überhaupt? Willst du nicht lieber zu Hause bei deiner Familie bleiben und schwimmen gehen oder mal in den Zoo? Oder einfach jeden Tag ausschlafen?

Nein so etwas sage ich nicht zu Deinem Kind. Also lass bitte mein Kind auch in Ruhe. 




Zum Thema andere Kinder und die Sicht eines Kindes darauf, ein auzug aus einem Interview mit André Stern


Andre bezieht sich in dem Interview zwar auf die Schule, aber auch er ist nicht in den Kindergarten gegangen und ich denke man kann es auch auf einen Kindergarten beziehen.



Hast Du nicht manchmal den Kontakt zu anderen Kindern vermisst?


Ach, diese Frage! Der Klassiker unter den Klassikern!
Darf ich als erstes eine kleine Gegenfrage stellen? Warum sollte denn der Kontakt zu anderen Kindern so wichtig sein? Ist nicht vielmehr der Kontakt zu anderen Menschen lebenswichtig?

Immer wieder diese unnatürlichen Unterteilungen…

Wenn man Kinder als eine bestimmte Kategorie betrachtet (und behandelt), so ist es klar, daß sie von den anderen Gattungen separiert sind und mit denen keinen direkten Kontakt haben. So sind sie reif für den vorbestimmten, berühmten „Kontakt zu anderen Kindern“. Wer findet das natürlich? Ich nicht! Wer bestimmt die Zugehörigkeit der einen oder der anderen Gattung? Das Alter? Wer glaubt heute noch, daß das Alter die Entwicklung, die Reife bestimmt?

Erleben Schulkinder, die in einer klimatisierten Klasse mit Gleichaltrigen eingesperrt sind und uniform mit demselben fremdbestimmten, synthetischen Kenntnisdünger besprüht werden etwa Sozialisation?!

Ich hatte ständigen Kontakt zu anderen – älteren, jüngeren – und genau diese Vielfalt war GEGENSEITIG bereichernd. Ich hatte von allen etwas zu lernen, sowie ich anderen vieles zeigen konnte.

Ich konnte meine Freunde aussuchen, und sie mich. Das Leben und unsere Wege bestimmten unsere Begegnungen, sie waren echt und nicht die willkürliche Konsequenz einer zufälligen Geburt am selben Ort um dieselbe Zeit, wie das in einer Schulklasse (und zwar für all die wichtigsten Jahre der Kindheit) der Fall ist.    

Mein Begriff der Heimat besteht nicht aus Orten, sondern aus Menschen.




Hast Du Dein Wissen mit anderen Kindern verglichen?

Als Kind: Nie. Die anderen Kinder haben das Umgekehrte auch nie versucht.       

Wie unnatürlich die schulische Gewohnheit des Vergleichens ist, können sich (ehemalige) Schulkinder nicht vorstellen! (Und wie absurd das Vergleichen so unvergleichbarer Dinge wie das persönliche Wissen!).


Ich habe mich bei Gelegenheit erkundigt, was die anderen Kinder in der Schule den ganzen Tag lang so tun… und bemerkte einfach, daß ihren Eltern das Ganze wichtig war, ihnen selbst aber in 99% der Fälle eine Last, die sie vom Spielen abhielt (sie konnten jeweils nur wenig spielen, weil sie entweder in der Schule waren, oder mit Hausaufgaben beschäftigt).         


In den gemeinsamen Momenten war für mich nur auffällig, wie wenig sie vom wahren Leben wußten oder beherrschten – ein Effekt ihrer täglichen Aussperrung…




Urnaturaen: Hier muss man klar sagen, die Frage & Anwort bezieht sich auf eine Schule, die noch etwas mehr von einem Menschen verlangt. Was er können muss. Wann er wo zu sein hat. Was ihn zu interessieren hat. Was er lernen muss.

Es gibt durchaus Betreuungseinrichtungen oder auch Tagesmütter, die sich sehr viel Mühe geben die Kinder sie selbst sein zu lassen und bedürfnissorientiert handeln.
Ein Betreuungsschlüssel von maximal 1:5 haben.
Naturnahe Konzepte vertreten.
Betreuung auf Freiwillingenbasis. Kein Zwang weil ein Elternteil arbeiten muss.
Man kann ja schließlich nicht sagen: Heute hat mein Kind keine lust auf die Betreuung, ich komme heute nicht zur Arbeit.

Wie gesagt es geht mir hier nicht darum Fremdbetreuung an sich negativ darzustellen. Obwohl ich sie selbst nie in Anspruch nehmen würde. Damit ist nicht gemeint, dass das Kind mal 2 Std. bei Oma/Opa ist. 

Ich ‚betreue‘ meine Söhne also 24/7 mit meinem Mann selbst. Auch in Zukunft wird unser Alltag so organisiert sein, dass immer ein Elternteil zuhause ist. Ich weiterhin Hauptbezugsperson meiner Kinder bleibe und dennoch Teilzeit arbeiten gehe. Also es geht, wenn man es nur will. Dann fahre ich eben nicht in andere Länder, habe keine zwei Autos, habe keine Kinder die nur Ökoklamotte und die angesagteste skandinavische Mode tragen.

Wenn man alleinerziehend ist, ist das ganze noch einmal eine andere Ausgangslage und um diese Umstände soll es hier auch nicht gehen. Um mal das ‚Ich kann es mir leider nicht aussuchen‘ vorweg zu nehmen.


Die Klassiker sind ‚Ich möchte nicht nur Mutter sein‘ dazu denke ich: Ich habe mir schon VOR der Familienplanung Gedanken darüber gemacht, wie es mit der Betreuung später aussehen soll. Zu dem war mir sehr klar, dass Kinder nun mal in den ersten Jahren ihre Mutter brauchen. Bis sie selbstständig genug sind ihre Flügel auszubreiten, stelle ich meine ‚Bedürfnisse‘ etwas zurück. Ja, das stimmt! Ich gebe mich nicht auf. Nein, wirklich nicht ! Wie schaffst du das nur ? Ja, da sind wir wohl wieder bei dem Thema Übermutter ( andermal mehr dazu ).


Für mich war nach einigem austausch mit anderen Müttern, nach einer Menge gelese (Literatur zum Thema Bindungsstörung, Bindungstheorie, Gordon, Jesper Juul, André Stern spielten da eine große Rolle), und auch die Reflektion der eigenen Kindheit klar, dass Kinder zur Mutter gehören. Und diese nicht so inkompetent und ungenügend ist wie sie oft dargestellt wird. 

Ich kann mir nicht genau erklären wieso es in den meisten Köpfen so verankert ist, dass Kinder ja doch in den Kindergarten gehen MÜSSEN. Ansonsten fällt man total aus der Rolle oder ist die ÜBERMUTTER. 

Nur weil ich selbst die Hauptbezugsperson meiner Kinder bleiben möchte bin ich eine Übermutter ? Glucke ? Veraltet ? Weltfremd ?

Also bitte ! Hört auf. Vor allem hört mehr auf eure Intuition und Herz. Denn genau diese beiden wollen ganz oft nichts anderes. Mir spukt da ein Kurzfilm im Kopf. Das Szenario einer ‚Eingewöhnung‘ (so langsam und liebevoll sie auch sein mag, die Essenz ist doch klar oder ?) Und wie oft sagt die Mutter (noch viel mehr denken es nur, sprechen es aber nie aus). Ja ich habe ein schlechtes Gewissen. Aber dann verdrückt sie die Tränen wieder und bleibt stark. Gehört ja schließlich zum Leben oder zum ‚groß werden‘ dazu. Das erinnert mich fast daran wie mit Gebärenden in einer Klinik oftmals umgegangen wird. Augen zu und durch. That’s life. 


Wir bedenken manches erst,wenn es bedenklich geworden ist.
Henriette Wilhelmine Hanke



Ich empfinde das einfach als einen sehr unsensiblen Akt. Die kleinen Zeichen der Kinder werden meist eben einfach nicht gesehen oder verklärt. Mir fällt immer wieder auf wie Mütter schildern, dass sich die Kinder nach einiger Zeit im Kindergarten ( oft ins negative ) verändern. Nicht mehr kooperieren. Schlechter schlafen. Dann wird meist zwar einfühlsam Symptombekämpfung betrieben, bis das Kind schließlich aufgibt und sich seinem Schicksal fügt. Ja ich sage Symptom weil die Ursache nicht gesehen wird, oder gesehen werden will. Und die wahren Bedürfnisse nicht erfüllt werden, oder diese Aufgabe an andere Personen übertragen werden und die diese mehr oder weniger erfüllt.


„Vereinbarkeit“ von Beruf und Familie bedeutet heute: Immer weniger gemeinsam erlebte Zeit. Die Familie verkommt zur Freizeitbeschäftigung – später vielleicht, wenn uns die Märkte Zeit dazu lassen. Von Politik und Wirtschaft wird uns die Fremdbetreuung unserer Kinder immer wieder als ebenso wünschenswert wie unausweichlich dargestellt. Die unmittelbar Betroffenen aber werden dabei nicht gefragt. Aber wollen wir das wirklich? Wollen wir unser wichtigstes Lebenswerk denn wirklich aus der Hand geben? So oft und so lange, wie nur irgend möglich? Ein Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern unter drei Jahren scheint uns sinnvoll. Aber gibt es denn nicht auch ein Grundrecht auf die eigenen Eltern – auf ihre ungeteilte Zuwendung, zumindest am Beginn des Lebens?Ralf Felix Siebler „Heim will! Argumente für die unverkürzte Elternschaft.“ 


Weiterführende links:

BEING AND BECOMING erkundet das Konzept und den Weg, Kindern und ihrer Entwicklung zu vertrauen, und lädt uns dazu ein, die Paradigmen und Möglichkeiten von Bildung zu hinterfragen. 

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9 Kommentare zu „Fremdbetreuung brauch ich nicht. // Gemeinsam zu leben ist nicht unterfordernd.

  1. Hallo!
    Danke für den wunderbaren Artikel, der mir aus der Seele spricht! Ich wundere mich oft, warum viele Eltern ihre Kinder bereits so früh in eine Fremdbetreuung stecken (auch wenn sie selbst betreuuen könnten). Meine Tochter ist nun 2 Jahre alt und ich beginne wieder für 11 Stunden in der Woche zu arbeiten. In der Zeit passen die Oma und der Papa auf sie auf, Fremdbetreuung wäre für uns noch keine Option.
    Herzliche Grüße,
    Gertraud

  2. Guten Abend!

    Erst mal ein dickes Lob meinerseits für den Artikel.
    Bis jetzt bin ich garnicht wirklich darauf gekommen das ich mein Kind zuhause betreuen könnte (auch wenn mir der Gedanke das Herz zereist sie wegzugeben) – eben wegen all dieser Fragen die mich immer sehr verunsichert haben. Danke für eure/deine Sichtweise und die Denkanstösse.

    Und aus Sicht eines „Nicht-Kiga-Kindes“ (ich war nur mit ca 3 – 4 im Kiga weil dieser mir viel Amgst gemacht hat; ich kam mit den Betreuerinnen und auch einigen Kindern nicht klar und auch der Ort ansich wirkte unheimlich) ich habe den Kiga nie vermisst, ich hatte keine schwerwiegende Langeweile, Einsamkeit, Anpassungsprobleme oder sonst etwas – aber ich habe mich zu anfang in der Schule immer etwas ausgeschlossen gefühlt weil mir diese Infos von der Kigazeit über die die Kinder sprachen fehlten.
    Ob meine Mutter das hätte irgendwie verhindern können bezweifel ich. Irgendwie hatte ich dadurch oft das Gefühl das ich nicht ganz dazugehöre oder auch nicht „richtig“ zu sein und war eher verunsichert.

    Komisch das ich mich durch diesen Artikel erst wieder daran erinnere…

    Von welchem KiTa Zuschuss ist die Rede? Gibts da noch Infos?

    Viele Grüße

  3. Hallo 🙂

    weiß nicht, wer hier schreibt und wie ich dich ansprechen darf, möchte aber kurz mitteilen, dass ich mich immer über solche blogs bzw. Haltungen freue, wenn/wann immer ich ihnen begegne, da es darauf hoffen lässt, dass sich allmählich etwas im Denken und dann auch gesamtgesellschaftlich verändert – zum Wohle der Kinder, der Mütter, der Familien. Habe zum Thema auch ein wenig gesammelt und geschrieben. 😉

    http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/06/uber-mutterschaft-und-das-marchen-von-der-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-die-vereinbarkeitsluge.html

    Viele Grüße
    Sabeth

  4. Hallo 🙂

    habe es nun mehrfach versucht, hier einen Kommentar zu hinterlassen, leider sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt. =/ Versuche es nun nochmals und hoffe, es funktioniert jetzt. 😉 – Möchte nur kurz meine volle Zustimmung mitteilen – sehe es ähnlich wie du und freue mich immer über solche blogs bzw. solche Haltungen, da sie hoffen lassen, es verändere sich allmählich etwas im Denken der Menschen und in Folge auch in den gesellschaftlichen Verhältnissen – zum Wohle der Kinder, Mütter, Familien. – Habe zum Thema auch ein wenig gesammelt und geschrieben. http://kallisti-dichtet-belichtet.over-blog.com/2015/06/uber-mutterschaft-und-das-marchen-von-der-vereinbarkeit-von-familie-und-beruf-die-vereinbarkeitsluge.html

    Viele Grüße
    Sabeth

  5. Nun ja, verwunderlich ist es nun nicht, es hat ja mit der Entwicklung unserer Gesellschaft zu tun, mit dem Stellenwert, den Erwerbstätigkeit hat und dass Sorge-Arbeit (vor allem die in der Familie/“im Haushalt“ …, aber auch solche in Pflegeberufen) als Arbeit gesellschaftlich weder anerkannt ist noch – angemessen – (auch monetär) honoriert wird.
    Und verwunderlich ist es auch deshalb nicht, weil nicht jede Familie über ein solches „soziales Netz“ an: Bezugspersonen (!) verfügt, also bspw. Großeltern. Man lebt heute an verschiedenen Orten, man soll mobil und flexibel sein (für Erwerbstätigkeit), Senioren sollen auch noch lange Zeit erwerbstätig sein/bleiben (siehe auch die katastrophale Rentensituation, Altersarmut …). Und wer auf staatliche Leistungen angewiesen ist, wird ohnehin in Erwerbstätigkeit (in Niedriglohnjobs, prekäre Beschäftigungsverhältnisse …) gedrängt, gedrückt, gezwungen (oder: sanktioniert und schikaniert). – Es gibt für viele Frauen de facto leider nach wie vor keine echte Wahlfreiheit (zwischen „Zuhausebleiben“, für also Familienarbeit (und das über mehrere Jahre) und Erwerbstätigkeit). – Hier müsste sich gesellschaftlich und politisch noch vieles ändern.

  6. Hej, wie schön! Meine große Tochter kam mit 3j in den Kindergarten. (Meine Vollzeitausbildung im Schichtdienst wollte von mir als Alleinerziehende beendet werden.) Das war damals ok. Meine kleinen Kinder werden bald 2j alt. Dass ich 3j zu Hause bleibe, steht fest. Aber seit ein pasr Wochen hege ich den Gedanken, die beiden einfach zu Hause zu behalten. Der Gedanke fühlt sich sooo gut an…

  7. Tolle Antworten! Auch wenn wir ganz anders leben (Betreuung nötig weil beide studieren + nebenbei arbeiten müssen etc…) gebe ich dir absolut recht! Ich bin auch so aufgewachsen. Zuhause zusammen mit meinen Geschwistern. Als ich fünf Jahre alt war, waren wir zu viert. Ich hatte sicherlich keinen Mangel an Sozialkontakten. Super entwickelt haben wir uns auch alle. Langweilig war meine Mama wohl auch nicht. Und wir hatten auch oft Besuch, der ihr dann intellektuellen Input geben konnte. Es war wirklich eine wunderschöne Kindheit, auch wenn natürlich nie viel Geld da war. Uns Kinder hat das nie gestört…

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