Stillen ist mehr als Nahrung

Stillen ist mehr als Nahrung. „Ob ich froh bin, dass ich durchgehalten habe? Aber ja, auf jeden Fall!“

STILLEN IST MEHR ALS NAHRUNG

A newborn baby has only three demands. They are warmth in the arms of its mother, food from her breasts, and security in the knowledge of her presence. Breastfeeding satisfies all three. – Grantly Dick-Read

Aus aktuellem Anlass: Jede stillende Mutter kennt es. Man liegt stillend im Bett und kann nicht weg. Toilette. Hunger. Durst. Andere Verlangen oder Verpflichtungen. Das Geschwisterkind. Egal. Das Kind scheint an der Brust festgewachsen zu sein. Leise denkend: Schlaf bitte ein. Dann kann ich mich ganz leise und langsam aus dem Bett schleichen. Nichts da. In 90% der Fällen klappt es nicht, oder das Kind hat irgendwie ein Gespür dafür, dass Mama nicht mehr neben mir liegt, obwohl ich ‚tief und fest‘ schlafe. Der Alarm geht an.  

 

 

Mama wo bist du, kommst du gleich wieder, oder nie mehr ?

Genau das kann ein Baby nicht unterscheiden. Weshalb Schlaftraining (bekannt als Ferbern) besonders quälend für Babys in dieser Bewussteinsebene sein muss.

Auch bei mir, nach mittlerweile fast 9 Monaten voll stillen ohne Geherlaubnis, kommen mir zwischendurch auch Gedanken wie: ‚Das Kind muss doch lernen, sich selbst zu beruhigen. Oder auch: ‚Vielleicht sollte ich abends doch die Flasche geben ‚. Das passiert aber eher aus dem Grund heraus, weil man mit den Gedanken ganz wo anders ist. Es ist ja nicht so, dass der Breastmilkbuddha nicht eh schon den ganzen Tag an mir klebt. Berechtigerweiße. Ich komme dann aber immer wieder zurück zum Ursprung. Denke an Indigene. Wo es völlig normal ist, dass das Kind ad libitum zu deutsch: nach Bedarf gestillt wird. 24h lang. Wo der Schnuller kein Brustersatz ist. Die Frauen dort leben aber in einem völlig anderen Familiengebilde. Erfahren dort durch andere weibliche Familienmitglieder, eine ganz andere Unterstützung als ich, die Zuhause alles alleine managen muss.

Ein Haus, drei Hunde. Größe Geschwisterkinder. Essen kochen. Windeln wechseln x 2 (x3, x4). (Ein hoch auf Windelfrei, was ich selbst leider verpasst habe). Umziehen. Anziehen (Winter). Den ABM Maßnahmen nach gehen, die mein älterer Sohn stetig für mich bereit hält. Das Chaos der einen Ecke beseitigen, während in der anderen ein neues ensteht. usw. usf. eigene Bedürfnisse mal ausgenommen.

 

Das Alles ist temporär!

  • Dein Kind ist nur einmal in seinem Leben so klein und auf dich angewießen.
  • Genieß es, statt damit zu hadern. Ja, die Nächte sind kurz oder anstrengend. Trink einen Kaffee, nutze die Ruhephasen um Kraft zu tanken. Genieß deine ‚Freizeit‘.
  • Stillen ist nicht immer das beste für die Mutter, aber immer das Beste für das Kind.
  • Stillen ist mehr als nur Nahrung. Futter für die Seele. Körperliche nähe, Geborgenheit, Sicherheit. – http://www.stillkinder.de/wofuer-tue-ich-das-alles

 

 

 „Ob ich froh bin, dass ich durchgehalten habe? Aber ja, auf jeden Fall!

Ein Schlusswort von Biggi (rund-ums-baby.de)

Wird dem Kind die Gelegenheit dazu gegeben, wird jedes Kind irgendwann seinen Weg zum Durchschlafen und alleine schlafen finden. Das eine früher, das andere später.

Ich bin überzeugt, dass bis auf die wenigen Ausnahmen, die extrem „pflegeleichte“ Kinder haben jede Mutter diesen Punkt kennt, an dem Du jetzt bist. Die Zweifel nagen und die Frage stellt sich „Will mein Kind mich nicht doch manipulieren?“ „Wird es je anders werden?“

Da es nicht nur jede Menge Menschen gibt, die der Meinung sind, dass ein Kind möglichst früh lernen muss „was Sache ist“, sondern auch Bücher, die ein Kind vom ersten Lebenstag an als Wesen hinstellen, das nur darauf aus ist, mit den Eltern und ihren Bedürfnissen in Konflikt zu treten, ist es nur zu verständlich, dass sich alle Eltern, die nicht diesem Strom folgen, sondern einen anderen Weg im Umgang mit ihren Kindern suchen, in Zeiten besonderer Erschöpfung oder einfach dann, wenn auch noch andere Dinge das Nervenkostüm sehr dünn werden lassen, nachdenklich werden: ist unser Weg wirklich gut oder ziehe ich mir einen Tyrannen heran ?

Als dreifache Mutter von ebenfalls keineswegs immer „pflegeleichten“ Kindern, kenne ich diese Gedanken nur zu gut. Doch inzwischen, wo mein ältester Sohn bereits ein junger Erwachsener ist, bin ich froh, nie auf die „andere Seite“ übergelaufen zu sein. Ich bin überzeugt, dass der Weg, das Kind zu achten und auf seine Bedürfnisse einzugehen, richtig ist und das nicht nur, wenn ich mir meinen Großen anschaue (und mal wieder froh bin, dass er ungefragt dafür sorgt, dass die Blumen, die ich vergessen habe, gegossen werden, dass er den Streit zwischen den Kleineren schlichtet, ihnen etwas zu essen macht, weil Mutter am PC sitzt und unzählige Stillberatungen schreibt oder plötzlich mit einer Tasse Kaffee neben mir steht, weil „Du ihn jetzt sicher brauchen kannst“), sondern auch wenn ich andere Kinder und Jugendliche erlebe, die in ähnlicher Weise erzogen wurden und ebenfalls fröhliche und in sich ruhende Menschen sind.

Sicher gibt es auch in unserer Familie Konflikte und auch unser Sohn hat Pubertätskrisen, doch bis jetzt konnte ich immer auf ein festes Fundament unserer Beziehung vertrauen, das uns durch alle Krisen getragen hat und von dem ich mir wünsche, dass es weiter bestehen wird, auch wenn alle meine Kinder erwachsen sind.

Ich schreibe das jetzt deshalb so detailliert, weil es mir ungemein geholfen hat, die älteren Kinder und Jugendlichen in den Familien von anderen LLL Stillberaterinnen zu erleben, als ich das Gefühl hatte, dass meine Kinder mich zuviel fordern und ich jetzt endlich auch mal wieder jede Nacht oder zumindest jede zweite schlafen will.

Die Art, wie ein 16jähriger bei einem LLL Regionaltreffen liebevoll ein völlig außer sich geratenes kleines Geschwisterkind in den Arm nahm und beruhigte, werde ich nie vergessen, obwohl es schon Jahre her ist. Für mich, war es damals ein ungeheures Erlebnis, einen Teenager zu sehen, für den es selbstverständlich war, so einen Umgang mit seinen kleinen Geschwistern zu pflegen und heute höre ich manchmal von anderen Müttern „toll, wie euer Großer das macht“.

Auch hat es mir enorm geholfen, zu sehen, dass die Mütter von diesen Kindern keineswegs total aufgearbeitet und verbraucht aussehen, im Gegenteil.

Es ist schwer, müde zu sein und jede Nacht x Male aufzuwachen, weil das Kind mich braucht und ich hätte zeitweise sehr viel dafür gegeben nur einmal einfach weiterschlafen zu können und am nächsten Tag nicht vor einem Berg unerledigter (Haus)Arbeit zu stehen. Doch es hat sich gelohnt, den Haushalt zurückzuschrauben, mir Nischen zu suchen, in denen ich auftanken konnte (sowohl körperlich als auch emotional) und zu akzeptieren, dass meine Kinder keine kleinen Roboter sind, die auf das Durchschlafen (o.a.) „programmiert“ werden können.

Liebevolles Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder, ihnen die Zeit lassen, die sie brauchen, um jeweils den nächsten Schritt zu meistern, das ist der Tipp, den ich allen Eltern nur wärmstens ans Herz legen kann.  

Wir würden niemals an einer Blume ziehen, damit sie schneller wächst, denn jeder weiß, dass sie dann eingehen würde. An unseren Kindern sollten wir auch nicht „ziehen“.

Finden Sie eine Stillberaterin in Ihrer Nähe

Nichts ersetzt das persönliche Gespräch. Nutzen Sie daher unsere Stillberatung durch qualifizierte Beraterinnen. Hierfür stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Unsere von ehrenamtlichen AFS-Stillberaterinnen besetzte Hotline erreichen Sie bundesweit und täglich unter 0228 92 95 9999 (Telefonkosten zum Ortstarif, abweichende Mobilfunkkosten möglich).

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