#selbstbestimmtegeburtskultur · Vorsorge zu viel Sorge ?

Vorsorge, zu viel Sorge ? #selbstbestimmtegeburtskultur

Vor-SORGE. Zu viel Sorge ?

Erstes Kind. Keine Ahnung. Kaltes Wasser.
Ich hab mir natürlich „wie sich das so gehört und wie es jeder tut“ den Ärztemarathon bieten lassen. Auch wenn das eigentlich nicht zu meiner Art passt. Schwanger ist ein „Umstand“ vor allem emotional. Man möchte alles in Ordnung wissen, hinterfragt die Routine und Nötigkeit der Untersuchungen nicht/wenig.

Ich hab mich zwischenzeitlich gefragt „Geh ich jetzt allen ernstes hier hin, zum Urin abgeben und Gewicht/Blutdruck messen?“ Der bei mir von natur aus so niedrig ist, dass ich den Satz „Oh, der ist aber niedrig“ schon gar nicht mehr hören konnte. Hauptsache das Panini Heft (so nannte meine Hebamme den Mutterpass) hat seine Aufkleberchen.

Ab der 40 Schwangerschaftswoche der Ersten Schwangerschaft lud mich der Arzt tatsächlich alle 2 Tage ein. Kein Führerschein. Schön starker Druck nach unten.  Berge. Das war ein Tagestripp für mich. Zum Glück wurde aus der Drohung „Aber ab Tag 7 leiten sie hier ein im Krankenhaus“ nichts. Das Kind entschied vorher von selbst,  dass es Zeit wäre.

Ehrlich gesagt, habe ich mich während der zweiten Schwangerschaft mit der Realität/Lauf der Dinge angefreundet. Mich auch darauf vorbereitet ( so gut das geht ) auf den Ernstfall. Das wäre dann einfach mein Los gewesen. Aber dafür hatte ich eine völlig angst befreite Schwangerschaft. Ich hab mich ganz bewusst dem Eventualitätenbingo beim Arzt nicht ausgesetzt. Das belastet einen psychisch und leitet einen in diesen Kontrollwahn. 

Man lässt sich zu Dingen verleiten, die man später eventuell bereut.

Viele unnötige Untersuchungen.
》 Spätere Geburtsumstände durch Fehldiagnosen.

Hausgemachte Teufelskreise resultierend aus zu viel Intervention? Viele. Es werden sooft die eigenen Grenzen überschritten, im Namen der Gesundheit.
Stichwort Vaginaluntersuchungen. – Die ich bei der zweiten Schwangerschaft, komplett abgelehnt habe, bis zur 38 Schwangerschaftswoche. Zu dem Zeitpunkt wollte ich die Beschaffenheit des Muttermundes schon wissen. Was aber selbst für das zweite Mal ziemlich aussagelos war, wie sich im nach hinein einfach heraus stellte. Geburtsreifer Befund, durchlässig, usw. usf. Das schürt eig. nur noch mehr, die am Ende steigende Ungeduld. Also, ob fest zementiert von innen, oder ob man schon was tasten kann. Ohne Wehen nichts los. Und selbst die können einen ziemlich lange arbeiten lassen. Millimeter für Millimeter. 
„Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass für die Gebärende ein intimer Raum geschaffen wird, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen kann. Es gibt diesbezüglich vielerorts noch große Defizite: Türen bleiben, selbst bei vaginalen Untersuchungen, häufig offen stehen. Eine Frau berichtete mir, dass, während sie auf dem gynäkologischen Stuhl saß, den Ultraschallstab gerade in der Vagina, die Tür einfach aufging und ein anderer Arzt ungefragt herein kam, nur um mit dem schallenden Kollegen einen anderen Fall zu besprechen. So etwas ist mir völlig unverständlich. Woher kommt bloß so eine Abstumpfung?“ Zitat hebammenblog.de
》 Viele Ultraschälle. Welche in mir immer mehr Unbehagen auslösten. Es wird immer so erfreut darüber geredet, wie sich das Kind dort dreht und windet. Wie süß das doch sei. Ja scheint es auf den Ersten Blick auch zu sein. Aber hat man schon einmal darüber nachgedacht, dass es für das Kind ganz einfach sehr unangenehm sein könnte ? Der Druck auf dem Bauch und der Schall so laut wie ein ICE, der durch den Bauch rauscht ? Da würde ich mich auch drehen und winden. „Ich habe heute leider kein Foto für Sie. Es sind wieder die Hände vor dem Gesicht“ Kommt einigen sicher bekannt vor, aus der Serie von und mit Heidi K.

Das nützt natürlich denen nichts, die eine Früherkennung bzw. Feindiagnostik hätten haben müssen, z.B. Herzfehler Früherkennung. Welcher bis dato nicht zur freiwilligen Standard Untersuchung in Deutschland gehört. Es aber sollte. Gesundheit sollte keine Privatleistung sein. Dennoch, auch diese Erkennung ist kein Garant für ein beschwerdefreies und gesundes Leben später.
Auch ich bekam eine Preisliste beim Frauenarzt. Ich kam mir vor wie eine Nummer. Mein erster Gedanke „Kann ich mir diese Feindiagnostik überhaupt leisten?“ – „Nein, also lassen wir das“. Ich bin nach wie vor Ultraschall skeptisch. Einfach wegen der Unsicherheit seiner Diagnosen. Deshalb habe ich „nur“ zwei machen lassen. Um für mich die Gewissheit zu haben, dass im großen und ganzen alles passt. Und der Hausgeburt nichts mehr im Wege steht. 

Abgebrochen habe ich die Arzt Vorsorge ab der 22 Schwangerschaftswoche der zweiten Schwangerschaft. Eigentlich viel zu spät. Ich war mir eigentlich sicher geteilte Vorsorge mit meiner Hebammen machen zu lassen. Aber der Arzt war so dermaßen unkooperativ, dass ich keinen weiteren Termin mehr machte nach dem „großen“ Ultraschall. Was sich als die beste Entscheidung, die ich je hätte treffen können heraus stellte. Denn das ersparte mir nur weitere unerforschte Präventivtests, Angst-mache und Krankgerede. Das Kind ist zu groß/klein, zu viel oder zu wenig Wasser, falsche und unvorteilhafte Lage, ihr Wert XY ist erhöht/zu niedrig. Viele Frauen wissen garnicht um ihr RECHT auf reine HebammenVorsorge, oder eben sogar gar keine. 

Stop. Ohren zu. Auch für die Angst des Umfeldes. 
Intuition und Vertrauen an.

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