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Ich wollte unbedingt stillen.

Das große Thema stillen. Selbstverständlich ? Oder nur noch bei wenigen ? Wenn man sich so umhört, ist es tatsächlich eher eine Randgruppe geworden, die es zu einer langen Stillbeziehung schafft oder sogar über die ‚Zeit Empfehlung‘ hinaus. Das Kind muss schon ein ‚Stilltalent‘ sein, von Anfang an und es darf sonst gesundheitlich nicht viel irrtieren. Meinen zweiten Sohn nannte ich deshalb Stilltalent, weil es von der ersten Sekunde an klappte. Bei der ersten Schwangerschaft war mir schon klar. Stillen, auf jedenfall ! Aber es kam natürlich einiges dazwischen. Ich lasse mir sonst nicht viel rein reden, aber so eine frisch gebackene Mama hat ganz andere Sorgen als die Hilfestellung sogenannter ‚Berater‘ in Frage zu stellen. Auch nicht die lieb gemeinten Tipps der eigenen Mama oder Oma, die selbst nicht erfolgreich (langzeit) gestillt haben. (Mag bös klingen, aber im nachhinein sind das Kandidaten, deren Tipps einfach auf falscher Information und mangelnder Selbsterfahrung basieren. Oder eben bei dem eigenen Kindklappten, dennoch nicht Allgemein gültig sind.

Jede Stillbeziehung ist einzigartig. Anders sensibel. Aber vor allem sensibel ! Nicht umsonst redet man von einer Saugverwirrung. Nicht umsonst wird direkt nach der Geburt das Kind angelegt. Ich möchte hier keinen Schuldigen suchen, an erster Stelle bin ich selbst für das verantwortlich, was ich tue oder lasse. Ich hab mir nach meiner ersten Geburt (Krankenhaus mit Beleghebamme) natürlich den Evergreen ‚Das Kind trinkt zu wenig, hier haben sie eine Flasche mit Milch für die Nacht‘ Bären auf binden lassen. Mir dämmerte noch ein Bild im Kopf, welches ich im Internet fand, zur Größe des Magens im laufe der Ersten Wochen eines Neugeborenen. Da passt nicht viel rein, ist doch klar. Der Milcheinschuss kommt doch erst nach frühestens 48std. bis dahin reicht das Kolostrum alle male. Und die Dienst nach Vorschrift Schwestern hatten nichts besseres zu tun, als mir weiß zu machen, dass das Kind nicht genug trinkt ? Meine Güte. Ich habe natürlich dann als ‚Ich bin gerade Mama geworden‘ emotionales Wrack diese Tipps ernst genommen. (Die werden schon wissen, was richtig ist).

Denkste. Kind spuckte die künstliche Milch, natürlich komplett wieder aus, Sinn verfehlt. Durch diesen ultimativen tollen Tipp, wenige Stunden nach der Geburt schon eine Flasche zu geben ging das Kind natürlich ungern an die Brust zurück. Das bedeutete ja etwas Arbeit. Die Flasche ist doch viel einfacher, da saug ich und da kommt sofort soviel ich will. Durch eine nicht geringe und generelle Trinkfaulheit durch erhöhte Billirubinwerten war das ganze so oder so nicht einfach, es hätte sogar noch etwas mehr gelernt werden müssen. Aber anstatt das richtige Anlegen zu zeigen, stellt man eine Flasche hin, oder eine elektrische Pumpe.

Tja. Peng. Aus dem Krankenhaus entlassen, stehst du alleine da mit den ganzen Dingen. Wo du dich nur fragst, was mach ich denn falsch ? Hilfe. Das Kind trink nicht richtig, dann pump ich eben ab. Diese Stillhüte habe ich nach 2 Tagen in die Tonne gepfeffert. Das war eine absolute Katastrophe. Im nachhinein wäre ich froh gewesen, wenigstens das hätte geklappt. Also, was mache ich. Klar. Milchkuh spielen. Alle 2 Stunden abpumpen. Damit das Kind wenigstens so die Milch bekommt. Kenner werden nun denken, eine Saugverwirrung ist wieder weg zu bekommen, ja ist sie. Aber nur mit eisernen Willen und viel Nerven. Die hatte ich zu dem Zeitpunkt 0. Wirklich unter 0.

Ich habe mich einfach damit abgefunden, versagt zu haben auf dem Gebiet. Was natürlich nicht so ist, ärgerlich ist es im nachhinein betrachtet dennoch sehr. Durchgehalten habe ich dieses pumpen 8 Wochen. Ohne zufüttern. Was ja schon recht lange ist. Pumpmenge sagt natürlich so rein gar nichts über die Tatsächliche Menge aus. Irgendwann wurde es aber weniger. Ich war sogar bei einer Heilpraktikerin, die mir auch noch die Globulis empfahl, die die Milchmenge noch mehr reduzierten (es kann immer der gegenteilige Effekt eintreten bei diesen Geschichten) Habe natürlich das Glück/Pech gehabt. Als wäre das nicht genug, kamen die Abende wo ich nichts mehr auf Vorrat hatte. Das Kind schrie.

Zurück zu den lieb gemeinten Tipps „Du kannst ruhig zufüttern, das Kind wird nicht satt“. Gesagt getan. Das war das Ende der Muttermilch. Ich begann das Zufüttern. Im Glauben weiter Abpumpen zu können. Nichts da. Es kam nichts mehr. Ich gab auf. So wurde ich wider willen zur Flaschenmutter, die unbedingt Stillen wollte. Dem Kind gegenüber fühlte ich mich schlecht. Ändern kann ich es nicht mehr, aber ich konnte es besser machen. Zweites Kind. Zweite Chance.

Ich habe alle Ohren verschlossen. Nur auf mich gehört. Die Instinkte gehört. Zurück zu unserer Natur gefunden. Ängste beseitigt. Vorstellungen abgelegt. Stillen nach Bedarf, nie nach Uhrzeit.

Es wurde belohnt.

Aber den Willen und die erfolgreiche Umsetzung ohne Komplikationen, habe ich leider erst durch eine ge(zer)störte Stillbeziehung erlangt.

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2 Kommentare zu „Ich wollte unbedingt stillen.

  1. Ich bin froh und dankbar, dass ich meine Kinder in einem sehr stillfreundlichen Krankenhaus entbinden konnte (2003, 2005, 2007). Sehr klein und ländlich gelegen aber weit bekannt für den natürlichen Umgang mit Schwangerschaft, Geburt und Stillen. Bei den ersten beiden habe ich ambulant und natürlich entbunden, ohne irgendwelche Schmerzmittel, beim zweiten sogar ohne Arzt. Der Kreißsaal war nicht steril, eher ein gemütliches Kuschelzimmer. Mein drittes Kind war leider ein (gerechtfertigter) Notkaiserschnitt und so musste ich drei Tage bleiben. Aber die Schwestern haben mich so sehr unterstützt, trotz absoluter Kraftlosigkeit, Schmerzen und schweren Nebenwirkungen der PDA. Wunderschön, dass es nun bei deinem zweiten Sohn so toll läuft, ich wünsche euch auch weiterhin alles Gute <3
    LG Natascha

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